Kurz beantwortet
Eine Biografie schreibt ein Autor über dich, eine Autobiografie erscheint in der Ich-Form unter deinem Namen. Beides kannst du schreiben lassen. Der Ablauf ist derselbe und beginnt mit Interviews. Vor dem ersten Gespräch steht eine Vertraulichkeitsvereinbarung. Danach wird geprüft, welche Rechte die Personen haben, die im Buch vorkommen.
Zusammenfassung
- Eine Biografie schreibt ein Autor über dich. Eine Autobiografie erscheint in der Ich-Form unter deinem Namen, und du trägst jede Aussage darin selbst.
- Ein Unternehmerbuch ist etwas anderes als Lebenserinnerungen für die Familie. Für die Familie brauchst du keinen Verlag, sondern einen Privatdruck.
- Urheber ist immer, wer den Text formuliert, auch bei einer Ich-Erzählung. Du bekommst Nutzungsrechte, und ihre Reichweite steht im Vertrag.
- Wer in deinem Buch vorkommt, hat Rechte. Eine Biografie beansprucht, wahr zu sein, und kann sich deshalb nicht wie ein Roman auf Erfindung berufen.
- Für jedes Foto brauchst du die Einwilligung der Abgebildeten. Bei Verstorbenen entscheiden zehn Jahre lang die Angehörigen, und das Urheberrecht am Bild hat der Fotograf.
- Die Vertraulichkeitsvereinbarung gehört vor das erste Interview. Ohne schriftliche Absicherung verlieren Betriebsinterna ihren gesetzlichen Schutz als Geschäftsgeheimnis.
- Bis 2030 stehen in Deutschland rund 186.000 Unternehmensübergaben an. Ein knappes Drittel der Familienunternehmen geht an Externe, die das Wissen des Gründers nur aufgeschrieben bekommen.
Biografie und Autobiografie schreiben lassen: Unterschied, Ablauf und Rechte
Eine Biografie schreibt ein Autor über dich, in der dritten Person, aus Recherche und Interviews. Eine Autobiografie erscheint in der Ich-Form unter deinem Namen und braucht deine Deutung. Beides kannst du schreiben lassen, und der Ablauf ist derselbe.
Er beginnt mit Interviews und einer Vertraulichkeitsvereinbarung. Danach wird geprüft, welche Rechte die Personen im Buch haben. Dieser Text richtet sich an Unternehmer und Unternehmerfamilien, an Firmengründer und Nachfolger.
Lebenserinnerungen für Kinder und Enkel festzuhalten, ist wertvoll. Es ist aber ein anderes Produkt und braucht andere Anbieter. Hier geht es um das Buch als Werkzeug. Es soll deine Autorität im Markt belegen, die Firmengeschichte tragen und in der Übergabe helfen.
Der Grund dafür ist kein Dünkel, sondern Bauweise. Ein Buch, das Kunden und Banken erreichen soll, wird anders gebaut als eine Chronik für den Wohnzimmerschrank. Für Investoren und Nachfolger gilt dasselbe. Die Episoden werden anders ausgewählt und anders erzählt. Die Rechte sind aufwendiger zu klären, der Vertrieb reicht über den Familienkreis hinaus.
Biografie oder Autobiografie: der Unterschied und seine Folgen
Im Alltag meinen die Begriffe dasselbe, im Buchprojekt zwei Bauweisen. Die Entscheidung fällt am Anfang, nicht am Ende. Sie bestimmt Erzählperspektive, Rechercheaufwand und Rechtelage.
| Merkmal | Biografie | Autobiografie |
|---|---|---|
| Erzählperspektive | dritte Person, Distanz zum Gegenstand | erste Person, Nähe und Bekenntnis |
| Wer erzählt | ein Autor über dich | du, mit einem Autor an der Formulierung |
| Hauptquelle | Archive, Dokumente, Zeitzeugen, Gegenrecherche | deine Erinnerung, mit Dokumenten abgesichert |
| Typische Wirkung | liest sich wie ein Urteil von außen | liest sich wie ein Gespräch |
| Heikle Passagen | lassen sich als Befund darstellen | musst du als eigene Position tragen |
| Urheber des Textes | wer formuliert, also der schreibende Autor | ebenso, unabhängig von der Ich-Form |
| Name auf dem Cover | Autorenname oder dein Name, je nach Vereinbarung | dein Name |
| Passt, wenn | Dritte über dich sprechen sollen und viel belegbare Historie vorliegt | du selbst einordnen, erklären und positionieren willst |
Der Aufwand verschiebt sich also, er verschwindet nicht. Eine Autobiografie verlangt von dir mehr im Gespräch, weil deine Deutung den Text trägt. Eine Biografie verlangt mehr Recherche, weil ein Dritter belegen muss, was er über dich behauptet.
Die meisten Unternehmerbücher entstehen deshalb als Mischform. Sie erzählen in der Ich-Form und stützen entscheidende Stellen mit Dokumenten, Zahlen und Aussagen von Weggefährten ab. Das ist kein Kompromiss, sondern die belastbarste Variante. Die Nähe kommt aus der Perspektive, die Glaubwürdigkeit aus dem Material.
Wie viel persönliche Geschichte ein Sachbuch verträgt, ohne ins Selbstporträt zu kippen, steht in Authentizität durch persönliche Geschichten im Sachbuch.
Warum die Rechtelage in beiden Fällen gleich beginnt
Urheber ist nach § 7 Urheberrechtsgesetz immer, wer die Sätze formuliert. Das Urheberrecht selbst kann man nach § 29 Absatz 1 UrhG nicht übertragen. Weitergeben lassen sich nur Nutzungsrechte. Für die Autobiografie gilt das wie für die Biografie.
Für dein Projekt heißt das: Entscheidend ist nicht der Name auf dem Cover, sondern die Nutzungsrechte im Vertrag. Willst du das Buch später als Hörbuch oder Übersetzung nutzen, muss das dort stehen. Dasselbe gilt für Auszüge in einer Keynote und Kapitel im Onboarding. Wie Rechte und Erlöse geregelt sind, steht in Rechte und Tantiemen.
Für wen sich eine Unternehmer-Biografie rechnet
Die Frage ist nicht, ob du prominent bist. Eine Unternehmer-Biografie trägt, wenn dein Weg eine Entscheidungslogik zeigt, die andere übernehmen können. Sie trägt, wenn du im Kerngeschäft an Vertrauen verdienst. Und sie trägt nur, wenn du das Buch danach benutzt. Es gehört ins Verkaufsgespräch und ins Pressekit. In die Nachfolge und auf die Bühne ebenso.
Eine Zahl aus der Business Book ROI Study 2024 zeigt die Fallhöhe. Dahinter stehen Amplify Publishing Group und Gotham Ghostwriters, dazu Smith Publicity und Thought Leadership Leverage. Befragt wurden 301 Autoren mit veröffentlichtem Sachbuch.
Autoren mit dem Ziel „persönliches Vermächtnis“ erreichten es zu 77 Prozent. Nur 38 Prozent hatten dafür einen klaren Plan, der niedrigste Planungswert aller zehn Ziele. Vermächtnis wird also am häufigsten ohne Konzept verfolgt.
Vier Fälle, in denen eine Biografie die falsche Antwort ist:
- Das Ziel ist die Erinnerung für die Familie. Dann brauchst du keinen Verlag und keine Vermarktung, sondern einen Privatdruck.
- Das Kerngeschäft trägt nicht. Ein Buch verstärkt, was funktioniert, und ersetzt keine Positionierung. Nachzulesen in Warum ein Buch ein schwächelndes Business nicht rettet.
- Gefragt ist dein Wissen, nicht dein Weg. Dann ist ein Sachbuch das schärfere Werkzeug, abgegrenzt in Sachbuch, Fachbuch oder Ratgeber schreiben lassen.
- Es läuft ein Rechtsstreit oder ein Zerwürfnis mit Personen, die im Buch vorkommen müssten. Dann klärt man erst das und dann das Buch.
Der Ablauf: interviewbasiert, in vier Phasen
Eine Biografie entsteht nicht am Schreibtisch, sondern im Gespräch. Der Rohstoff ist dein Gedächtnis, das Handwerk liegt beim Team. Dass das legal, üblich und keine Grauzone ist, ordnet Business-Ghostwriting gegen akademisches Ghostwriting ein. Ein Buch für den offenen Markt ist ein Werkvertrag, keine Prüfungsleistung.
Phase 1: Ziel klären und Perspektive festlegen
Zuerst wird festgelegt, wofür das Buch arbeiten soll. Daraus folgt alles andere. Du entscheidest die Perspektive, Biografie oder Autobiografie. Dazu kommen Zeitraum und Zielgruppe. Und das Kriterium, wonach Episoden ausgewählt werden.
Am Ende der Phase steht eine Liste der Personen im Buch. Sie ist zugleich die Grundlage der Rechteprüfung und gehört an den Anfang, nicht ins Lektorat.
Phase 2: Interviews und Materialsichtung
Es folgen ein längeres Struktur-Interview und typischerweise 6 bis 8 Gespräche, die dein Wissen abfragen und ordnen. Wie du dich darauf vorbereitest, steht in Wissensextraktions-Interviews vorbereiten.
Parallel wird Material gesichtet: Protokolle, Verträge und Jahresabschlüsse. Presseartikel und alte Präsentationen kommen dazu, Kalender und Fotos ebenso. Erinnerung ist eine gute Quelle für Bedeutung, eine schlechte für Daten. Hier entscheidet sich, ob das Buch später einer Nachfrage standhält.
Phase 3: Manuskript und Freigabe
Aus Interviews und Material entsteht ein Erzählstrang, daraus eine Kapitelstruktur, daraus das Manuskript. Beim Ghostwriting dauert diese Phase 2 bis 4 Monate. Ein Business-Sachbuch liegt bei 150 bis 250 Normseiten. Eine Normseite umfasst rund 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen, also 30 Zeilen à 60 Anschläge. Biografien liegen wegen des Erzählanteils eher am oberen Rand.
Freigegeben wird kapitelweise. Hier löst sich die Sorge um Kontrollverlust auf, oder sie bestätigt sich. Wer erst am Ende ein fertiges Manuskript sieht, hat keine Kontrolle. Wer Struktur, Probekapitel und Rohmanuskript einzeln abnimmt, hat sie.
Ausführlich in Kontrollverlust beim Ghostwriting. Wie du an deiner Stimme arbeitest, zeigt Feedback an den Ghostwriter zu Stimme und Strategie.
Phase 4: Produktion und Veröffentlichung
Ab Manuskripteingang bis zum fertigen Buch sind rund 3 Monate zu rechnen. In dieser Zeit laufen Lektorat, Korrektorat und Satz. Dazu Cover, Klappentexte und Bildteil. Am Ende Metadaten, ISBN und Vertriebsanbindung.
Die Bücher, die wir im Remote Verlag produziert haben, sind im Schnitt rund 240 Seiten stark. Die meisten liegen zwischen 200 und 280. Gemeint sind Druckseiten, nicht Normseiten. Die Druckseite hängt an Format, Satzspiegel und Schriftgrad, die Normseite ist eine Rechengröße.
Für dich bleiben über das gesamte Projekt unter 20 Stunden Eigenaufwand, im Wesentlichen Interviewzeit und Freigaben. Selbst schreiben kostet dagegen 300 bis 500 Stunden reine Schreibzeit, verteilt auf 4 bis 9 Monate. Was diese Zeit anderswo kostet, rechnet Selber schreiben: was dich die Zeit kostet nach. Den vollständigen Weg beschreibt der Ablauf eines Buchprojekts.
Vertraulichkeit: was die Vereinbarung leisten muss
In einem Biografie-Projekt erzählst du, was du sonst nicht erzählst. Gescheiterte Übernahmen gehören dazu und Konflikte im Gesellschafterkreis. Dazu Zahlen, die nie veröffentlicht wurden. Und Fehler, die Geld gekostet haben.
Ein Teil davon landet im Buch, der größere Teil nicht. Genau der ist der Grund für die Vertraulichkeitsvereinbarung vor dem ersten Interview.
Nach § 2 Nummer 1 Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen ist eine Information nur dann ein Geschäftsgeheimnis, wenn ihr rechtmäßiger Inhaber sie angemessen geheim hält. Das Gesetz gilt seit 2019. Wer Interna ohne schriftliche Absicherung weitergibt, riskiert also zweierlei: Sie können durchsickern, und der Schutz selbst kann fallen.
Was in eine belastbare Vereinbarung gehört:
- Alle Beteiligten, nicht nur der Ghostwriter. Lektorat, Satz und Projektleitung sehen dasselbe Material, Korrektorat und Coverdesign ebenso. Auch die externe Transkription. Eine Vereinbarung, die nur eine Person bindet, sichert nichts.
- Die Rohmaterialien, nicht nur der Text. Audiomitschnitte und Transkripte gehören ausdrücklich hinein, überlassene Dokumente und Fotos ebenso. Dazu die Regelung, wann sie gelöscht oder zurückgegeben werden.
- Ein Freigabemechanismus. Nichts geht nach außen ohne deine dokumentierte Freigabe. Das gilt auch für Testleser und jede Leseprobe.
- Nachwirkung. Die Verschwiegenheitspflicht endet nicht mit dem Projektende.
- Der Umgang mit Gesagtem, das nicht ins Buch soll. Diese Entscheidung muss in beide Richtungen revidierbar bleiben, solange das Manuskript nicht freigegeben ist.
Vertraulichkeit und Rechteübertragung sind zwei Dinge. Sie stehen in getrennten Klauseln, oft in getrennten Dokumenten. Beides muss vor dem ersten Interview geklärt sein.
Persönlichkeitsrechte Dritter: der haftungsrelevante Kern
Das ist die Stelle, an der die meisten Anbieter schweigen. Wer in deinem Buch vorkommt, hat Rechte, ob du wohlwollend oder kritisch über ihn schreibst.
Eine Biografie ohne Dritte gibt es nicht. Im Buch stehen Mitgründer und Gesellschafter. Familienangehörige und ehemalige Beschäftigte kommen vor. Kunden, Wettbewerber und Verstorbene ebenso.
Lebende Dritte: Erkennbarkeit ist der Hebel
Den Rahmen hat das Bundesverfassungsgericht gesetzt. Im Esra-Beschluss vom 13. Juni 2007 (1 BvR 1783/05) steht ein Leitsatz, der jede Biografie betrifft. Je stärker Abbild und Urbild übereinstimmen, desto schwerer wiegt die Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts.
Der Erste Senat beschreibt eine Wechselbeziehung. Je mehr sich ein Autor von der Wirklichkeit löst und eine eigene ästhetische Realität schafft, desto weniger wiegt der Eingriff. Der Fall betraf einen Roman. Die Logik trifft die Biografie aber härter, denn sie beansprucht gerade die Übereinstimmung.
Auf Erfindung kannst du dich also nicht berufen. Übrig bleiben drei Hebel: Belegbarkeit, Einwilligung und weniger Erkennbarkeit dort, wo die Person für die Erzählung nicht gebraucht wird.
Drei Fallen tauchen in Manuskripten regelmäßig auf. Eine Tatsachenbehauptung über einen Dritten muss belegbar sein, ein Werturteil als Wertung erkennbar. Interna aus einem beendeten Arbeits- oder Gesellschaftsverhältnis können Geschäftsgeheimnisse eines anderen Unternehmens berühren. Wer eine Person über Funktion, Ort und Zeitraum beschreibt, macht sie erkennbar. Der Name muss dafür nicht fallen.
Bilder: eigene Regeln, eigene Fristen
Fotos werden am häufigsten unterschätzt, weil sie spät dazukommen. Nach § 22 Kunsturhebergesetz dürfen Bildnisse nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich gezeigt werden. Das KunstUrhG stammt von 1907 und gilt in dieser Fassung weiter.
Derselbe Paragraf regelt die Frist nach dem Tod. Bis zum Ablauf von 10 Jahren braucht es die Einwilligung der Angehörigen. Angehörige sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder. Gibt es sie nicht, entscheiden die Eltern.
§ 23 KunstUrhG kennt Ausnahmen. Dazu zählen Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte. Dazu Bilder, auf denen Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen.
Nach Absatz 2 greifen diese Ausnahmen nicht, wenn ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten verletzt wird. Ist er verstorben, gilt das für seine Angehörigen. Für ein Jubiläumsfoto von 1994 mit vierzig Beschäftigten ist das kein theoretisches Problem.
Dazu kommt eine zweite Rechteebene, unabhängig vom Persönlichkeitsrecht: Das Urheberrecht am Foto liegt beim Fotografen. Für alte Archivbilder eines Dienstleisters brauchst du eine belegbare Nutzungsrechtekette. Fehlt sie, ist das Bild raus.
Verstorbene: Der Schutz endet nicht mit dem Tod
Bei Firmengründern, Vorgängern und verstorbenen Familienmitgliedern ist die Lage klarer, als viele annehmen. Das Bundesverfassungsgericht hat im Mephisto-Urteil vom 24. Februar 1971 (BVerfGE 30, 173) einen Satz dazu formuliert.
Die Verpflichtung, dem Einzelnen Schutz gegen Angriffe auf seine Menschenwürde zu gewähren, endet nicht mit dem Tode. Sie folgt aus Artikel 1 Absatz 1 Grundgesetz und bindet alle staatliche Gewalt. Das Gericht ergänzt: Es wäre mit der Unverletzlichkeit der Menschenwürde unvereinbar, wenn ein Mensch nach seinem Tode in seinem allgemeinen Achtungsanspruch herabgewürdigt werden dürfte.
Praktisch heißt das dreierlei. Der Achtungsanspruch bleibt. Herabwürdigende Darstellungen sind auch nach dem Tod angreifbar. Und die Bildrechte laufen zehn Jahre über den Tod hinaus zu den Angehörigen.
Wer das Kapitel über den strengen Großvater schreibt, klärt es mit der Familie. Und zwar bevor es im Satz steht.
Was das in der Projektpraxis bedeutet
| Wer im Buch vorkommt | Was zu prüfen ist | Womit sich der Konflikt meist entschärfen lässt |
|---|---|---|
| Mitgründer, Gesellschafter | Tatsachenbehauptungen, Geschäftsgeheimnisse, Verschwiegenheitsklauseln aus bestehenden Verträgen | Vorablesen des betreffenden Kapitels, schriftliche Einwilligung |
| Ehemalige Beschäftigte | Erkennbarkeit, arbeitsrechtliche Vertraulichkeit, Persönlichkeitsrecht | Rolle statt Name, Zeitangaben unscharf halten, Episoden zusammenfassen |
| Familienangehörige | Privat- und Intimsphäre, Erkennbarkeit im engen Umfeld | Einwilligung, Weglassen, Verzicht auf Details ohne Erzählfunktion |
| Verstorbene | postmortaler Achtungsanspruch, Bildrechte der Angehörigen für zehn Jahre | Abstimmung mit den Angehörigen, strenge Belegbarkeit |
| Kunden und Lieferanten | Geschäftsgeheimnisse, Vertragsstrafen aus Vertraulichkeitsvereinbarungen, Referenzfreigaben | Branche und Größenordnung anonymisieren, ausdrückliche Referenzfreigabe |
| Wettbewerber | Tatsachenbehauptungen, Äußerungs- und Wettbewerbsrecht | belegte Tatsachen statt Bewertungen, Verzicht auf Zuspitzung |
Wichtig: Dieser Abschnitt ordnet die Rechtslage ein, ersetzt aber keine Rechtsberatung und ist keine Unbedenklichkeitszusage. Ob eine Passage zulässig ist, hängt am Einzelfall. Es kommt auf Erkennbarkeit und Wahrheitsgehalt an, dazu auf die Abwägung im Zusammenhang.
Vor die Druckfreigabe gehört eine anwaltliche Prüfung, wenn Dritte im Buch vorkommen. In der Verlagspraxis heißt dieser Schritt presserechtliche Prüfung. Bei Biografien ist er kein Luxus, sondern Teil der Produktion.
Die Firmengeschichte als eigenes Buchprojekt
Für viele Unternehmer ist nicht der Lebenslauf der Kern, sondern die Geschichte der Firma. Das ist ein eigenes Format: Es bewahrt Gründerwissen, das nirgends dokumentiert ist, und macht die Entscheidungslogik des Hauses übertragbar.
Gründerwissen ist selten Fachwissen. Es sind Regeln, die nie aufgeschrieben wurden. Warum dieser Kundentyp nie abgelehnt wird und jener grundsätzlich. Warum das Unternehmen 2009 nicht expandiert hat. Woran man in dieser Branche einen Lieferanten erkennt, der in zwei Jahren nicht mehr da ist.
Solche Regeln stehen in keinem Prozesshandbuch. Sie brauchen Begründungen, und Begründungen brauchen Geschichten.
Von einer Jubiläumschronik unterscheidet sie sich im Auswahlkriterium. Die Chronik erzählt, was passiert ist. Die Firmengeschichte erzählt, warum entschieden wurde und was daraus folgte. Nur die zweite Form ist im Onboarding brauchbar, in der Kundenkommunikation und in einer Übergabe.
Wie ein solches Buch intern als Wissens- und Kulturanker arbeitet, steht in Das Buch als Herzstück des Unternehmens. Die Wirkung auf Bewerber beschreibt Fachkräfte gewinnen mit einem Buch.
Ist dein Vorhaben die Firmengeschichte, führt der Einstieg über Biografie schreiben lassen. Dort ist sie mit beschrieben.
Die Biografie in der Nachfolge
Die Nachfolge ist der Anlass, bei dem eine Biografie am direktesten Arbeit übernimmt. Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn schätzt in Daten und Fakten Nr. 37 (November 2025), dass 2026 bis 2030 deutschlandweit etwa 186.000 Unternehmen zur Übergabe anstehen.
Nach der Metaanalyse desselben Papiers ging gut die Hälfte der Familienunternehmen innerhalb der Familie weiter. Etwa 17 Prozent gingen an Beschäftigte, die restlichen 29 Prozent an Externe.
Diese 29 Prozent sind der Punkt, an dem ein Buch messbar wird. Eine familieninterne Nachfolge kann Wissen über Jahre am Abendbrottisch aufnehmen. Ein externer Käufer kann das nicht, ein Nachfolger aus dem Team ebenso wenig. Er übernimmt ein Unternehmen, dessen Entscheidungsmuster in einem Kopf liegen, der bald nicht mehr im Haus ist.
Drei Wirkungen zeigen sich in Übergaben konkret:
- Für den Nachfolger. Das Buch beantwortet die Warum-Fragen, die er im Betrieb irgendwann nicht mehr stellen kann, ohne Autorität zu verlieren.
- Für Belegschaft, Kunden und Banken. Die Übergabe bekommt eine Erzählung, die nach Fortsetzung klingt und nicht nach Abbruch.
- Für die Bewertung. Hängen Wissen und Kundenbindung an einer Person, wird das Unternehmen schlechter bewertet als eines mit übertragbaren Strukturen. Ausgeführt in Unternehmenswert steigern: der versteckte Buch-Hebel. Den Wissenstransfer behandelt Generationenwechsel im Familienunternehmen.
Ein Buch allein macht aus Inhaberabhängigkeit keine Struktur. Es dokumentiert aber das Dokumentierbare und macht sichtbar, was noch in Köpfen steckt.
Der Zeitpunkt ist deshalb wichtiger als bei jedem anderen Buchanlass. Die Interviews müssen stattfinden, solange der Gründer im Betrieb ist und Zugriff auf Erinnerung, Material und Zeitzeugen hat. Nach dem Ausstieg fehlen genau die Details, die das Buch tragen. Für die Positionierung als Person hilft parallel Expertenstatus aufbauen.
Was den Aufwand bestimmt, und wo das Buch erscheint
Für eine Biografie gibt es keine Preisliste. Wer trotzdem eine Zahl nennt, hat den Umfang nicht gefragt. Die Größen, die den Aufwand treiben, lassen sich vorher benennen:
- Umfang in Normseiten. Die einzige Größe, die du selbst vorab festlegst.
- Rechercheanteil. Eine Autobiografie aus Interviews ist ein anderes Projekt als eine Biografie mit Archivarbeit, Zeitzeugengesprächen und Gegenrecherche.
- Zahl der Dritten im Buch. Jede Person bedeutet Abstimmung, Einwilligung und Prüfaufwand.
- Bildteil. Archivfotos brauchen eine Rechtekette, dazu Auswahl und Bildbearbeitung.
- Erzählter Zeitraum. Sechzig Jahre Firmengeschichte kosten mehr Recherche als zwölf.
- Vermarktung. Ein Buch, das Anfragen erzeugen soll, braucht eine Kampagne. Ein Buch für den engen Kreis braucht sie nicht.
Diese Größen erklären, warum Angebote sich unterscheiden. Sie sind keine Liste zum Abhaken. Wer nach Aufwand kalkuliert, gibt das Risiko an dich weiter: Wird die Recherche aufwendiger, wird es teurer. Ein fester Projektpreis dreht das um. Der Anbieter trägt das Risiko, du kennst die Summe vorher.
Wie sich daraus ein Angebot zusammensetzt, welche Leistungen enthalten sind und woran du eine Preisfalle erkennst, steht in Buch schreiben lassen: Kosten.
Für den Veröffentlichungsweg stehen drei Modelle zur Wahl, der Unterschied liegt in der Interessenlage. Der Publikumsverlag übernimmt Risiko und Vertrieb, braucht dafür aber Zeit. Bis zum Vertrag vergehen 6 bis 18 Monate, danach 9 bis 24 bis zum Erscheinen. Realistisch sind 1 bis 2 Jahre und mehr.
Die Tantieme liegt beim Print bei 5 bis 10 Prozent vom Nettoladenpreis. Im Selfpublishing behältst du Tempo und Kontrolle, trägst aber alle Arbeitsschritte selbst. Ein Full-Service-Verlag bündelt sie und trägt das Risiko mit. Die Entscheidungsmatrix steht in Buchverlag finden oder selbst verlegen.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels berichtet Buchumsätze nach Warengruppen. Eine Zeile für Biografien gibt es dort nicht, sie laufen im Sachbuch.
Nach dem Tabellenkompendium zur Wirtschaftspressekonferenz 2025 (Daten 2024) kam das Sachbuch auf 11,0 Prozent Umsatzanteil. Das ist ein Plus von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ratgeber lagen bei 11,7 Prozent Anteil und gingen um 4,5 Prozent zurück.
Gleichzeitig erschienen 2024 insgesamt 65.717 Titel, davon 58.346 Erstauflagen, so das Mediendossier Buchverlage in Deutschland 2024. Das Segment wächst, die Aufmerksamkeit bleibt trotzdem knapp. Eine Biografie braucht deshalb einen Grund, warum jemand außerhalb deines Umfelds sie liest.
Wie der Remote Verlag ein Biografie-Projekt aufsetzt
Der Remote Verlag arbeitet mit Paketpreisen statt Einzelabrechnung, damit Nachforderungen entfallen. Ein aufwendigeres Kapitel oder ein zusätzliches Zeitzeugengespräch verschiebt die Summe also nicht. Bei uns behalten die Autorinnen und Autoren 75 Prozent Tantieme.
Aus mehr als 140 begleiteten Autorinnen und Autoren wissen wir, wo der Aufwand sitzt. Selten im Schreiben, meist in der Abstimmung mit Dritten und in den Bildrechten. Deshalb steht die Personenliste bei uns am Anfang.
Prüfen darfst du trotzdem, und zwar den Anbieter. Werden Struktur, Probekapitel und Rohmanuskript einzeln abgenommen? Wer schreibt weiter, wenn dein Autor ausfällt? Welche Rechte gehen an dich über, und was davon steht schriftlich?
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Biografie und einer Autobiografie?
Eine Biografie wird über eine Person geschrieben, in der dritten Person. Sie stützt sich auf Recherche, Dokumente und Zeitzeugen. Eine Autobiografie erscheint in der Ich-Form unter dem Namen der erzählenden Person und stützt sich auf deren Erinnerung und Deutung. Die Biografie braucht also mehr Recherche, die Autobiografie mehr Substanz im Gespräch.
Kann ich eine Autobiografie schreiben lassen, obwohl sie in der Ich-Form steht?
Ja. Autobiografien entstehen seit Jahrzehnten mit professioneller Unterstützung, die Ich-Form ändert daran nichts. Inhalt, Deutung und Haltung kommen aus deinen Interviews, das Formulieren übernimmt ein Autor. Rechtlich ist das ein Werkvertrag, kein Grenzfall. Akademisches Ghostwriting ist ein anderes, problematisches Thema, abgegrenzt in Business-Ghostwriting gegen akademisches Ghostwriting.
Darf ich über meinen früheren Geschäftspartner schreiben?
Nur mit Sorgfalt, und die Antwort hängt am Einzelfall. Maßgeblich ist die Abwägung aus dem Esra-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von 2007: Je stärker Abbild und Urbild übereinstimmen, desto schwerer wiegt die Beeinträchtigung. Belegbare Tatsachen und erkennbare Wertungen sind der sichere Boden, Behauptungen ohne Beleg nicht. Dazu können Verschwiegenheitsklauseln aus alten Verträgen greifen. Vor der Druckfreigabe gehört so ein Kapitel anwaltlich geprüft.
Was gilt für Personen, die schon verstorben sind?
Der Persönlichkeitsschutz endet nicht mit dem Tod. Das hat das Bundesverfassungsgericht 1971 im Mephisto-Urteil für den staatlichen Schutz der Menschenwürde festgestellt. Für Fotos gilt zusätzlich § 22 KunstUrhG. Bis zum Ablauf von 10 Jahren nach dem Tod brauchst du die Einwilligung der Angehörigen.
Brauche ich für jedes Foto im Buch eine Einwilligung?
Im Grundsatz ja, denn § 22 KunstUrhG verlangt die Einwilligung des Abgebildeten. § 23 KunstUrhG nennt Ausnahmen, etwa Bildnisse aus der Zeitgeschichte oder Personen als bloßes Beiwerk neben einer Landschaft. Die Ausnahmen entfallen, sobald ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder seiner Angehörigen verletzt wird. Getrennt davon brauchst du die Nutzungsrechte des Fotografen. Ohne belegbare Rechtekette fliegt das Bild raus.
Wie stelle ich sicher, dass meine Interna nicht nach außen gelangen?
Über eine Vertraulichkeitsvereinbarung, die vor dem ersten Interview steht. Sie bezieht alle Beteiligten ein, regelt die Rohmaterialien mit und wirkt nach Projektende weiter. Das ist auch juristisch relevant: Eine Information ist nach § 2 GeschGehG nur dann ein Geschäftsgeheimnis, wenn sie angemessen geheim gehalten wird. Ohne Absicherung riskierst du den Schutz selbst.
Wie lange dauert es, eine Biografie schreiben zu lassen?
Das Manuskript entsteht beim Ghostwriting in 2 bis 4 Monaten, bei hohem Rechercheanteil länger. Ab Manuskripteingang kommen rund 3 Monate bis zum fertigen Buch dazu, für Lektorat, Satz und Cover. Bildteil und Vertriebsanbindung liegen darin. Dein Zeitanteil bleibt über das gesamte Projekt unter 20 Stunden Eigenaufwand.
Was kostet es, eine Biografie schreiben zu lassen?
Das hängt am Umfang in Normseiten und am Rechercheanteil. Dazu die Zahl der Dritten, der Bildteil und das Vermarktungspaket. Eine Pauschale pro Seite sagt ohne diesen Rahmen nichts aus. Was den Aufwand treibt, ist in Buch schreiben lassen: Kosten nach Wirkung geordnet. Dein Rahmen wird im Erstgespräch besprochen.
Ist meine Geschichte interessant genug für ein Buch?
Die Frage ist nicht, ob dein Leben spannend ist, sondern ob Leser etwas mitnehmen. Entscheidungen unter Unsicherheit tragen ein Buch. Krisen und ihre Auflösung ebenso, genau wie bewährte Regeln. Reine Lebenserinnerungen ohne unternehmerischen Bezug sind ein anderes Vorhaben und brauchen keinen Verlag.
Wem gehören am Ende die Rechte am Buch?
Urheber ist nach § 7 UrhG immer, wer den Text formuliert. Das Urheberrecht selbst ist nach § 29 Absatz 1 UrhG nicht übertragbar. Übertragen werden Nutzungsrechte, und genau die musst du im Vertrag prüfen. Es geht um Formate, Dauer und Gebiete. Und um die Frage, ob du Auszüge frei verwenden darfst. Wie das geregelt ist, steht in Rechte und Tantiemen.
Fazit: erst die Perspektive, dann die Rechte, dann das Buch
Eine Unternehmer-Biografie ist kein Erinnerungsstück, sondern ein Werkzeug für Positionierung, Wissenstransfer und Übergabe. Drei Entscheidungen fallen vor dem ersten Satz. Erstens die Perspektive: Biografie in der dritten Person oder Autobiografie in der Ich-Form. Zweitens die Liste der Personen, die vorkommen. Drittens die Vertraulichkeit vor den Interviews.
Die Rechte Dritter sind kein Nebenschauplatz, sondern der Teil, der ein fertiges Buch stoppen kann. Persönlichkeitsrecht, Recht am eigenen Bild und postmortaler Achtungsanspruch gehören eingeplant. Für Geschäftsgeheimnisse Dritter gilt dasselbe, und vor die Druckfreigabe gehört die anwaltliche Prüfung.
Wer damit anfängt, hat am Ende ein Buch, das er benutzen kann. Der Remote Verlag setzt diese drei Entscheidungen deshalb an den Anfang jedes Biografie-Projekts. Klär als Nächstes, ob dein Vorhaben Biografie, Autobiografie oder Firmengeschichte ist: Biografie schreiben lassen.
Dein Wissen wird zum Buch, das dir Kunden bringt
Du willst dein Wissen in ein Buch verwandeln, das dich als Nr. 1 deiner Branche positioniert? Prüfe unverbindlich, ob unser Bestseller-System zu deinen Zielen passt.
Auf Zusammenarbeit bewerben
