Kurz beantwortet
Ein Buch entsteht in sieben Schritten, nicht aus Schreibtalent. Zuerst recherchierst du den Markt und schärfst daraus deine Kernbotschaft. Dann baust du die Struktur und holst dein Wissen aus dem Kopf. Danach schreibst du die Rohfassung, überarbeitest sie und veröffentlichst das Buch. Die Recherche entscheidet darüber, ob dich deine Zielgruppe findet.
Zusammenfassung
- Ein Buch entsteht in sieben Schritten, und das Schreiben ist nur einer davon. Der erste Schritt ist Marktrecherche, nicht die Buchidee.
- Fast nichts von dem, was Schreibratgeber empfehlen, ist als wirksam nachgewiesen. Geprüft sind drei Vorkehrungen, und keine hat mit Kreativität zu tun.
- Wer vorab Uhrzeit und Ort festlegt, liefert häufiger ab. Im Experiment von Gollwitzer und Brandstätter (1997) waren es 71 Prozent gegenüber 32 Prozent ohne Termin.
- Fortschritt, den nur du kennst, wirkt kaum. Erst wenn du ihn aufschreibst und einer zweiten Person zeigst, steigt die Chance auf ein fertiges Buch.
- Ein Business-Sachbuch hat 150 bis 250 Manuskriptseiten. Als Erstautor sitzt du 300 bis 500 Stunden daran, verteilt auf 4 bis 9 Monate.
- Selbst schreiben heißt 8 bis 30 Stunden pro Woche, über Monate. Wer das nicht mit Uhrzeit und Ort in den Kalender bekommt, sollte delegieren.
- Stimme und Strategie kannst du nie abgeben, das reine Tippen schon. Mit professioneller Begleitung sinkt dein Eigenaufwand auf unter 20 Stunden über das gesamte Projekt.
Wie schreibe ich ein Buch? Die ehrliche Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wie schreibe ich ein Buch? In sieben Schritten. Du recherchierst zuerst den Markt und schärfst daraus die Kernbotschaft. Dann baust du die Struktur und holst dein Wissen aus dem Kopf. Danach schreibst du die Rohfassung und überarbeitest sie. Am Ende steht die Veröffentlichung.
Ein Business-Sachbuch hat 150 bis 250 Normseiten à rund 1.800 Zeichen. Als Erstautor kostet dich dieser Umfang 300 bis 500 Stunden reine Schreibzeit am Manuskript, verteilt auf 4 bis 9 Monate. Neben einem laufenden Unternehmen werden daraus in der Kalenderzeit 6 bis 12 Monate.
Der wichtigste Satz zuerst: Am Schreibprozess wirkt fast nichts von dem, was üblicherweise empfohlen wird. Nachgewiesen sind drei Vorkehrungen. Ob du sie in deinen Kalender bekommst, beantwortet die Frage nach dem Selberschreiben.
Was am Schreibprozess messbar wirkt und was Ritual ist
Schreibratgeber empfehlen Morgenstunden und einen festen Schreibort. Dazu Einstimmungsrituale, Wortzahlziele und den richtigen Moment. Keine dieser Empfehlungen ist in einer kontrollierten Studie als wirksam nachgewiesen. Drei andere Eingriffe sind randomisiert untersucht. Mit Kreativität hat keiner zu tun.
Erstens: Ein Termin mit Ort schlägt einen guten Vorsatz. Peter Gollwitzer (Universität Konstanz) und Veronika Brandstätter (Universität München) haben 1997 im Journal of Personality and Social Psychology ein Experiment veröffentlicht. Alle Teilnehmer sollten in den zwei Tagen nach Heiligabend einen Bericht von höchstens zwei Seiten schreiben. Eine zufällig ausgewählte Hälfte musste vorab schriftlich festlegen, wann und wo sie anfangen würde.
71 Prozent dieser Gruppe lieferten in der Frist. In der Kontrollgruppe waren es 32 Prozent, mit demselben Vorsatz, aber ohne Zeitpunkt und Ort. Die Stichprobe war klein, nämlich 36 auswertbare Teilnehmer. Und die Aufgabe war ein Bericht, kein Buch. Der Mechanismus ist trotzdem der, an dem Buchprojekte sterben: Es fehlt nicht die Absicht, es fehlt der Zeitpunkt.
Zweitens: Fortschritt wirkt erst, wenn er den Kopf verlässt. Benjamin Harkin und Thomas Webb (University of Sheffield) haben 2016 im Psychological Bulletin eine Metaanalyse aus 138 randomisierten Studien mit 19.951 Teilnehmern veröffentlicht. Wer angeleitet wurde, seinen Fortschritt zu verfolgen, erreichte seine Ziele häufiger. Der Effekt war klein bis mittel (d+ = 0,40).
Entscheidend ist die Aufschlüsselung. Wer den Fortschritt aufschrieb, kam auf einen Effekt von 0,43 statt 0,29. Wer ihn offenlegte, kam auf 0,55 statt 0,19 im Privaten. Im Kopf mitzählen ist das Ritual. Eine Tabelle, die eine zweite Person sieht, ist die Messung.
Drittens: Sprechen ist schneller als Tippen, aber nur beim Erfassen. Sherry Ruan und Kollegen (Stanford University und University of Washington) haben 2017 Spracheingabe und Touch-Tastatur auf demselben Gerät verglichen. Die Spracheingabe war im Englischen 2,93-mal so schnell wie die Tastatur (153 gegenüber 52 Wörter pro Minute). Gemessen wurde das Diktieren vorgegebener Kurznachrichten im Labor, nicht das Formulieren eigener Gedanken.
Darin liegt die eigentliche Aussage: Diktieren beschleunigt nicht das Denken, sondern das Erfassen. Es wirkt stark bei einem Experten, der sein Thema seit Jahren erklärt. Und kaum bei jemandem ohne fertige Antwort.
Daraus folgt die These dieses Artikels: Ein Buch entsteht nicht aus Schreibtalent, sondern aus drei banalen Vorkehrungen. Das sind ein Termin mit Ort, ein Fortschritt außerhalb des Kopfes und die Trennung von Erfassen und Formulieren. Damit ist „selbst schreiben oder schreiben lassen" keine Charakterfrage, sondern eine Prüfung an drei Schwellen.
Wie schreibe ich ein Buch? Ziel und Strategie zuerst klären
Die meisten Buchprojekte scheitern nicht am Schreiben, sondern lange davor. Es fehlt das Ziel. Für Unternehmer, Berater und Coaches ist das Buch kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug. Beantworte deshalb drei Fragen, bevor du ein Thema festlegst.
- Was soll das Buch bewirken? Möglich sind Neukunden, höhere Honorare und bessere Deals. Genauso Expertenstatus, Bewerbungen von Fachkräften oder eine geregelte Nachfolge. Ein Buch multipliziert das, was schon läuft.
- Für wen schreibst du? Nicht für alle, sondern für den einen Leser, der dein Wunschkunde werden soll. Je schärfer du dich festlegst, desto stärker der Hebel.
- Wie grenzt du dich ab? Was sagt dein Buch, das die 20 anderen Titel in deinem Regal nicht sagen?
Dass diese Fragen offen bleiben, ist der Normalfall. Das zeigt die Business Book ROI Study 2024. Hinter ihr stehen Amplify Publishing Group und Gotham Ghostwriters. Dazu kommen Smith Publicity und Thought Leadership Leverage. Befragt wurden 301 Autoren zwischen April und August 2024.
Bei keinem der abgefragten Buchziele hatten mehr als 67 Prozent der Autoren einen belastbaren Plan. Beim Ziel Reputation waren es 49 Prozent, beim Ziel neue Anfragen 56 Prozent. Viele erreichten ihre Ziele trotzdem, laut Studie aber nicht über die Buchverkäufe.
Ein Realitätscheck vorweg: Ein Buch ist ein Turbo für einen laufenden Motor, keine Rakete. Solange Angebot und Vertrieb nicht stabil laufen, gehören Zeit und Geld dorthin. Ob sich ein Buch für dich rechnet, klärst du unter Lohnt sich ein Buch für Unternehmer? Die ROI-Entscheidung.
Schritt 1: Marktrecherche als Ausgangslage
Die Fragen nach Leser und Abgrenzung beantwortest du nicht am Schreibtisch. Die Antworten stehen im Markt. Bevor du ein Thema festlegst, siehst du dir deshalb an, was dort passiert. Die Recherche hat drei Teile.
- Zielgruppenrecherche: Wer soll das Buch lesen? Welches Problem hat diese Person gerade? Und mit welchen Worten beschreibt sie es selbst?
- Keywordrecherche: Wonach sucht diese Zielgruppe wirklich, und mit welchen Begriffen? Das ist selten das, was du selbst schreiben würdest.
- Wettbewerbsrecherche: Welche Titel gibt es zu deinem Thema schon? Was steht in ihren Rezensionen? Und welche Lücke bleibt offen?
Die drei Antworten sind deine Ausgangslage. Aus ihnen entsteht die Positionierung: für wen dein Buch geschrieben ist und wogegen es sich abgrenzt. Erst daraus folgen Thema, Titel und Gliederung.
Wer diesen Schritt überspringt, schreibt an der Zielgruppe vorbei. Und merkt es erst, wenn das Buch fertig ist. Dann sind Titel, Cover und Klappentext längst gedruckt. Diese Recherche gibt es auch als eigenen Arbeitsschritt: Buchstrategie und Positionierung, von der Marktrecherche bis zur Buchstruktur.
Schritt 2: Buchidee und Kernbotschaft schärfen
Jetzt hat die Buchidee ein Fundament. Du weißt aus Schritt 1, wen du erreichst und welche Lücke offen ist. Entscheidend ist nicht die Idee, sondern die Fokussierung. Eine gute Buchidee ist keine Themensammlung, sondern eine einzige These. Bring sie auf eine Kernbotschaft, die auf einen Bierdeckel passt.
- Die eine These: Wovon bist du überzeugt, das dein Markt noch nicht verstanden hat? Deine These ist der rote Faden. Jedes Kapitel muss sich an ihr messen lassen.
- Das Versprechen an den Leser: Welche Veränderung erlebt er, wenn er das Buch gelesen hat? Er soll von A nach B kommen. Benenne A und B klar.
- Die Abgrenzung: Die Lücke aus der Wettbewerbsrecherche wird deine eigene Kategorie. Das kann eine eigene Methode sein, ein eigenes Modell oder eine eigene Sicht auf das Thema.
Diese Schärfung entscheidet später über Titel und Cover. Wie du aus deinem Wissen Thema und Titel ableitest, vertieft Buchidee und Buchtitel finden.
Schritt 3: Struktur und Gliederung entwickeln
Nicht Kreativität entscheidet über Erfolg oder Abbruch, sondern Struktur. Beim Sachbuch ist sie keine Einschränkung, sondern eine Befreiung: Sie verwandelt den Berg in eine Reihe überschaubarer Etappen.
Belastbare Abbruchquoten gibt es für den deutschen Markt nicht. Was es gibt, ist der Befund von Gollwitzer und Brandstätter. Der Abbruch beginnt in dem Moment, in dem der nächste Handgriff nicht festgelegt ist. Eine vollständige Gliederung legt ihn immer schon fest.
So baust du deine Gliederung
- Rahmen setzen: 8 bis 12 Kapitel, die den Leser von seinem Problem zur Lösung führen.
- Kapitel spiegeln die Reise: Jedes Kapitel beantwortet eine Frage, die der Leser in genau dieser Reihenfolge stellt.
- Feingliederung: 3 bis 5 Abschnitte pro Kapitel mit je einer Kernaussage. Jetzt hast du 30 bis 50 umrissene Häppchen statt eines diffusen Berges.
- Umfang je Abschnitt: 150 bis 250 Normseiten auf 30 bis 50 Abschnitte sind rund 3 bis 8 Normseiten je Abschnitt. Das ist genau die Größe, die ein einzelner Schreibblock abarbeitet.
Ein erfahrener Stratege bringt dein Wissen in rund 90 Minuten in einen belastbaren Kapitelplan. Die Methode dahinter steht in Sachbuch schreiben: Aufbau, Struktur und Methode im Detail. Wie du Thema und Argumentation schriftlich festhältst, steht in So erstellst du Buchkonzept und Exposé.
Schritt 4: Wissen herausholen statt aus dem Nichts schreiben
Hier stehen sich Experten selbst im Weg. Du sitzt vor dem leeren Blatt und formulierst aus dem Nichts. Dabei existiert das Buch längst in deinem Kopf. Dein Problem ist der Fluch des Wissens: Was für dich selbstverständlich ist, hältst du nicht für erwähnenswert. Für deinen Leser ist es wertvoll.
Die Lösung ist, das Wissen aus dir herauszuholen, statt es aufzuschreiben. Hier greift der Befund von Ruan und Kollegen: Sprechen ist beim Erfassen rund dreimal so schnell wie Tippen. Drei Wege funktionieren.
- Wissens-Interviews: 6 bis 8 gezielte Gespräche entlang deines Kapitelplans erschließen den gesamten Buchinhalt. Ein Interviewer stellt die Fragen, du antwortest wie im Kundengespräch. Wie du das vorbereitest, steht in Wissensextraktions-Interviews vorbereiten.
- Diktieren: Sprich deine Gedanken zu jedem Abschnitt auf, während du zwischen Terminen unterwegs bist. Transkription und Aufbereitung folgen später.
- Bestehende Inhalte: Sichte deine Vorträge und Blogartikel. Nimm Podcast-Folgen und Kundenpräsentationen dazu. Vieles ist längst formuliert.
Diktate werden heute meist mit einem Sprachmodell weiterverarbeitet. Aber ein Rohtext ist noch kein Manuskript. Was dazwischen liegt, steht in Buch mit KI schreiben: warum der Rohtext noch kein Buch ist.
Schritt 5: Rohfassung schreiben
Jetzt wird geschrieben. Hier trennt sich das Planbare vom Wunschdenken. Rechne mit Stunden, nicht mit Tempo.
Realistische Zielgrößen
| Kennzahl | Wert | Bezugsgröße |
|---|---|---|
| Manuskriptumfang | 150 bis 250 Normseiten | Business-Sachbuch, Normseite = rund 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen |
| Wortzahl | 50.000 bis 80.000 Wörter | deutsches Sachbuch allgemein, nicht auf Business verengt |
| Druckseiten | rund 240 Seiten, meist 200 bis 280 | aus den Büchern, die der Remote Verlag bisher produziert hat. Druckseiten sind nicht Normseiten |
| Reine Schreibzeit | 300 bis 500 Stunden | Erstautor, nur Arbeit am Manuskript |
| Manuskriptphase | 4 bis 9 Monate | Zeitraum, über den sich diese Stunden verteilen |
| Kalenderzeit | 6 bis 12 Monate | neben einem laufenden Unternehmen |
| Nötige Wochenleistung | rund 8 bis 30 Stunden pro Woche | 300 Stunden auf 9 Monate bis 500 Stunden auf 4 Monate |
| Gesamtweg im ersten Jahr | 500 bis 1.000 Stunden | inklusive Recherche und Lektoratskoordination, dazu Satz, Cover und Marketing |
| Bruttotempo | rund 100 bis 270 Wörter pro Stunde | Wortzahl geteilt durch Gesamtstunden, nicht das Tempo einer guten Stunde |
Die Normseite ist die Größe, in der seriöse Anbieter kalkulieren. Die VG Wort rechnet abweichend mit 1.500 Zeichen. Beim Angebotsvergleich musst du wissen, welche gemeint ist.
Zur Einordnung: In der Business Book ROI Study 2024 brauchte die Hälfte der Autoren mehr als 10 Monate für ihr letztes Sachbuch. Bei Titeln aus Publikumsverlagen waren es 12 Monate, bei selbst veröffentlichten 6. Die 4 bis 9 Monate sind also ein Planwert am optimistischen Ende.
Die Wochenleistung trägt die Entscheidung. Trage die 8 Stunden probehalber als zwei feste Blöcke in die nächsten 20 Wochen ein, mit Uhrzeit und Ort. Was du dabei siehst, ist die Antwort auf die Frage nach dem Selberschreiben.
Das Bruttotempo aus der Tabelle kippt viele Zeitpläne. Die Zahl fühlt sich zu niedrig an, weil du an deine besten Stunden denkst. Im Durchschnitt stecken aber auch Recherche, Streichen und Umschreiben darin. Dazu der Wiedereinstieg nach jeder Unterbrechung. Rechnet dein Plan mit mehr als 300 Wörtern pro Stunde, rechnet er mit deinem besten Tag.
Die ausführliche Zeitplanung steht in Wie lange dauert es, ein Buch zu schreiben?.
Die zwei Regeln gegen den Abbruch
Erstens: Termin und Ort schlagen Motivation. Nicht „zwei Blöcke pro Woche", sondern „Dienstag 7 bis 9 Uhr am Küchentisch, Freitag 15 bis 17 Uhr im Büro". Das ist der Unterschied zwischen 71 und 32 Prozent bei Gollwitzer und Brandstätter. Zwei bis drei geschützte Blöcke pro Woche sind für Berufstätige das Maximum.
Zweitens: Perfektionismus ist der Feind der ersten Fassung. Die Rohfassung darf schlecht sein, ihr einziger Job ist zu existieren. Wer beim ersten Durchgang jeden Satz poliert, kommt nie über Kapitel drei hinaus. Führe stattdessen eine Tabelle mit Datum, Abschnitt und geschriebenen Normseiten. Zeig sie wöchentlich einer zweiten Person. Genau diese Kombination war bei Harkin und Kollegen am wirksamsten.
Schritt 6: Überarbeiten, Lektorat und Korrektorat
Rohtext ist nicht Endtext. Trenne die drei Ebenen sauber.
- Inhaltliche Überarbeitung (deine Aufgabe): Stimmt die Argumentation? Ist der rote Faden tragfähig? Klingt es nach dir?
- Lektorat (Profi-Aufgabe): Aufbau, Verständlichkeit und Stil. Dazu Spannungsbogen und Streichungen. Ein Lektorat macht aus einem soliden Manuskript ein überzeugendes.
- Korrektorat (Profi-Aufgabe): Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Ein einziger Fehler auf Seite zwei kostet Glaubwürdigkeit.
Deine Rolle ist nicht die des Lektors. Konzentriere dich auf das, was niemand außer dir liefern kann: Stimme und strategische Ausrichtung. Frag dich beim Lesen: Klingt das wirklich wie ich? Trägt dieses Kapitel zu meinem Ziel bei? Was kein Lektorat leistet, ist eine fehlende These nachzuliefern. Ist Schritt 2 nicht erledigt, wird aus der Überarbeitung eine Neufassung.
Schritt 7: Veröffentlichen
Ist das Manuskript fertig, stehst du vor der letzten Weggabelung. Drei Wege führen zum gedruckten Buch.
- Klassischer Verlag: hohe Reputation, aber schwer zugänglich. Die Tantieme liegt bei 5 bis 10 Prozent vom Nettoladenpreis. Über Titel und Cover entscheidet der Verlag.
- Self-Publishing, etwa über Amazon KDP: volle Kontrolle. Lektorat, Satz und Cover liegen bei dir. Marketing und Vertrieb ebenso.
- Verlag mit Full-Service: Profis übernehmen Produktion, Buchhandelsvertrieb und Marketing. Du behältst Rechte und eine hohe Tantieme.
Wie viel dieser Schritt entscheidet, zeigen zwei Zahlen. Zuerst der Wettbewerb: Laut Börsenverein des Deutschen Buchhandels (Dossier Verlage 2024) erschienen 2024 in Deutschland 65.717 Titel, davon 58.346 Erstauflagen.
Dann die Erwartungslücke. Bei Titeln aus Publikumsverlagen lagen die Verkäufe in der Business Book ROI Study 2024 bei 4.600 Exemplaren. Bei Hybrid-Titeln waren es 1.600, bei selbst veröffentlichten 700. Das ist jeweils der mittlere Wert, die Hälfte lag darüber und die Hälfte darunter. Erwartet hatten die Autoren 8.900, 4.400 und 1.100.
Über alle Wege hinweg erwirtschafteten 64 Prozent der Bücher einen Bruttogewinn. Im Durchschnitt kamen 1,24 Dollar Umsatz auf jeden eingesetzten Dollar. Die Studie ist US-amerikanisch und beruht auf Selbstauskünften.
Die Konsequenz ist unbequem: Der Weg entscheidet über die Größenordnung, aber Verkaufszahlen sagen laut derselben Studie den Erfolg nicht vorher. Der Hebel liegt nicht im Druck, sondern in der Recherche aus Schritt 1. Welcher Weg zu deinem Ziel passt, klärst du unter Buch veröffentlichen: welcher Weg zu dir passt.
Zeit und Kosten realistisch: Was dich das Selberschreiben wirklich kostet
Wenn du selbst schreibst, zahlst du kein Honorar. Deshalb wirkt Selberschreiben kostenlos. Das ist der teuerste Denkfehler im Projekt.
Die wahren Kosten sind die Stunden, die du nicht im Unternehmen bist. Nimm deinen Deckungsbeitrag pro Arbeitsstunde, also was eine Stunde deiner Arbeit dem Unternehmen einbringt. Multipliziere ihn mit 300 und mit 500. Das Ergebnis ist das Honorar, das du dir selbst zahlst, ohne es zu buchen. Ohne diese Zahl vergleichst du ein Angebot mit einem Gefühl.
Die Rechnung im Detail steht in So rechnest du aus, was dich das Selberschreiben kostet. Was den anderen Weg teurer oder günstiger macht, steht in Was kostet es, ein Buch schreiben zu lassen?.
Die ehrliche Entscheidung: selbst schreiben oder schreiben lassen?
Die Stärke eines Experten ist nicht das Formulieren, sondern Struktur und eigene Stimme. Stimme und Strategie kannst du nie abgeben, das reine Tippen dagegen sehr wohl. Bei einem professionell begleiteten Prozess sinkt dein Aufwand auf unter 20 Stunden Eigenaufwand über das gesamte Projekt. Du sprichst, statt zu schreiben.
Drei Schwellen, an denen du es prüfst
Die Prüfungen folgen aus dem, was gemessen wirkt. Du beantwortest sie mit einem Blick in Kalender und Dateien, nicht mit einer Selbsteinschätzung.
- Kalenderschwelle: Kannst du für die nächsten 20 Wochen je zwei Blöcke von zwei bis drei Stunden mit Uhrzeit und Ort eintragen? Und hast du in den letzten drei Monaten keinen vergleichbaren Eigen-Termin für Kundenarbeit geopfert?
- Nachweisschwelle: Hast du in den letzten zwölf Monaten einen zusammenhängenden Text von mehr als 20 Normseiten fertiggestellt? Also nicht begonnen, sondern abgeschlossen?
- Protokollschwelle: Gibt es eine zweite Person, der du jede Woche unaufgefordert eine Fortschrittstabelle zeigst? Gemeint ist nicht jemand, der nachfragt. Gemeint ist jemand, dem du von selbst berichtest.
Dreimal Ja heißt: Selberschreiben ist eine belastbare Entscheidung, und diese Anleitung ist dein Ablaufplan. Reißt du Schwelle 1 oder 2 und hat das Buch einen Termin, ist Selberschreiben nicht die günstigere Variante. Es ist die unwahrscheinlichere. Reißt du nur Schwelle 3, ist die Lücke reparierbar. Such dir jemanden, dem du wöchentlich berichtest, bevor du anfängst.
Wann Selberschreiben die richtige Wahl ist
Es gibt Fälle, in denen Delegieren falsch wäre. Sie werden zu selten benannt.
- Das Buch ist das Produkt. Du verkaufst es als Standardwerk in einer engen Nische, in der die Formulierung Teil des Werts ist.
- Die Methode entsteht erst beim Schreiben. Ist Denken durch Schreiben der Zweck, verlierst du beim Auslagern das Ergebnis.
- Du schreibst beruflich sowieso. Wer seit einem Jahr wöchentlich einen Newsletter oder eine Kolumne liefert, hat die Nachweisschwelle bestanden.
- Es gibt keinen Termin. Kein Launch, kein Vortrag, keine Messe. Dann kostet Verzug nichts außer Zeit.
Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: In der Business Book ROI Study 2024 war das mittlere Buch mit Ghostwriter viermal so profitabel wie die übrigen. Das ist eine Korrelation, kein Wirkungsnachweis. Wer einen Ghostwriter beauftragt, steckt meist auch mehr Geld in Launch, PR und Vertrieb. Genau diese drei waren in derselben Studie mit dem Gewinn korreliert.
Umgekehrt gilt: Soll dein Buch Kunden bringen und dich als Fachmann zeigen, und hat es einen Termin, dann rechne nach. Reißt deine Kalenderschwelle und ist dein Deckungsbeitrag pro Stunde hoch, ist Delegieren nicht bequem, sondern nüchtern gerechnet.
Wie der Remote Verlag es löst
Der Remote Verlag hat mehr als 140 Autorinnen und Autoren begleitet und dabei 23 Titel auf die SPIEGEL-Bestsellerliste gebracht. Am Anfang steht die Marktrecherche, danach sprichst du in Interviews und ein Team schreibt. Dein Eigenaufwand bleibt unter 20 Stunden über das gesamte Projekt.
Abgerechnet wird zu einem Festpreis. Wer nach Aufwand kalkuliert, gibt das Risiko an dich weiter: Wird es aufwendiger, wird es teurer. Ein Festpreis dreht das um. Die Autoren behalten außerdem 75 Prozent Tantieme. Der Weg steht unter Buch schreiben lassen: der Done-for-you-Weg für Unternehmer. Einen Überblick über alle Wege gibt die Kategorie Buchproduktion.
Häufige Fragen
Wie schreibe ich mein erstes Buch, wenn ich noch nie eins geschrieben habe?
Beginne mit der Marktrecherche, nicht mit dem Schreiben. Baue daraus einen festen Kapitelplan und sammle dein Wissen über Interviews oder Diktieren ein. Lege für jeden Schreibblock vorab Uhrzeit und Ort fest. Bei Gollwitzer und Brandstätter (1997) lieferten 71 Prozent mit festgelegtem Zeitpunkt und Ort fristgerecht, gegenüber 32 Prozent ohne.
Wie fange ich am besten an, ein Buch zu schreiben, und brauche ich zuerst eine komplette Gliederung?
Zuerst die Marktrecherche, dann die komplette Gliederung, erst danach das erste Kapitel. Lege 8 bis 12 Kapitel fest und unterteile sie in 3 bis 5 Abschnitte. Bei 150 bis 250 Normseiten sind das rund 3 bis 8 Normseiten pro Abschnitt, also Einheiten für einen einzelnen Schreibblock. So ist der nächste Handgriff immer definiert.
Wie viele Wörter oder Seiten muss ein Sachbuch haben?
Ein Business-Sachbuch hat 150 bis 250 Normseiten à rund 1.800 Zeichen. Ein durchschnittliches deutsches Sachbuch hat 50.000 bis 80.000 Wörter. Gedruckt sieht die Zahl anders aus: Aus 150 bis 250 Normseiten werden rund 240 Druckseiten. Wer Normseite und Druckseite verwechselt, plant am falschen Umfang.
Wie lange dauert es, ein Buch zu schreiben, wenn ich nebenbei ein Unternehmen führe?
Als Erstautor brauchst du 300 bis 500 Stunden reine Schreibzeit am Manuskript, verteilt auf 4 bis 9 Monate. Neben einem laufenden Unternehmen sind das in der Kalenderzeit 6 bis 12 Monate, also rund 8 bis 30 Stunden pro Woche.
Mit professioneller Begleitung sinkt dein Aufwand auf unter 20 Stunden Eigenaufwand über das gesamte Projekt. Bis zum Manuskript vergehen dann 2 bis 4 Monate, danach rund 3 Monate bis zum fertigen Buch.
Hilft eine feste Morgenroutine beim Schreiben?
Für Tageszeit und Einstimmungsrituale gibt es keinen kontrollierten Wirkungsnachweis. Ein vorab festgelegter Zeitpunkt mit Ort hebt dagegen die Abschlussquote. Und offengelegter Fortschritt wirkt stärker als privater (0,55 gegenüber 0,19 bei Harkin und Kollegen, 2016). Hilft deine Morgenroutine, den Termin zu halten, ist sie nützlich. Als Ersatz für den Termin nicht.
Ist Diktieren schneller als Schreiben?
Beim Erfassen ja, beim Formulieren nicht automatisch. Ruan und Kollegen (Stanford University und University of Washington, 2017) haben gemessen, dass Spracheingabe 2,93-mal so schnell war wie eine Touch-Tastatur. Gemessen wurde das Diktieren vorgegebener Kurznachrichten im Labor. Den größten Vorteil bringt Diktieren bei Inhalten, die du seit Jahren erklärst. Den kleinsten bei Kapiteln ohne fertige Antwort.
Kann ich mein Buch von einer KI schreiben lassen?
Für Transkription, Rohstrukturen und erste Entwürfe ist ein Sprachmodell nützlich. Ein veröffentlichungsreifes Buch ist der Rohtext nicht. Es fehlen die These und die eigene Stimme. Es fehlen Belege und Spannungsbogen. Was dazwischen liegt, steht in Buch mit KI schreiben: warum der Rohtext noch kein Buch ist.
Warum brechen so viele Menschen ihr Buchprojekt ab?
Verlässliche Abbruchquoten für den deutschen Markt gibt es nicht. Die Ursachen sind aber immer dieselben drei. Es fehlt ein festgelegter Zeitpunkt mit Ort. Es fehlt ein Fortschritt außerhalb des Kopfes. Und es fehlt eine Gliederung, die den nächsten Handgriff definiert. Alle drei sind reparierbar, und zwar vor dem ersten Satz.
Fazit
Ein Buch zu schreiben ist kein kreatives Wunder, sondern ein planbarer Prozess. Sieben Schritte führen von der Marktrecherche bis zur Veröffentlichung. Vom Schreibprozess selbst wirkt erstaunlich wenig. Es sind ein Termin mit Ort, ein gezeigter Fortschritt und die Trennung von Erfassen und Formulieren. Alles andere ist Ritual, und Ritual ist unschädlich, solange es diese drei nicht ersetzt.
Bestehst du Kalender- und Nachweisschwelle, folge dieser Anleitung Schritt für Schritt. Reißt eine der beiden und hat dein Buch ein Datum, lautet die Frage nicht, ob du disziplinierter werden kannst. Sie lautet, wie ein Prozess aussieht, der deinen Eigenaufwand auf unter 20 Stunden über das gesamte Projekt senkt.
Genau diesen Weg geht der Remote Verlag, und Stimme und Strategie bleiben dabei deine.
Dein Wissen wird zum Buch, das dir Kunden bringt
Du willst dein Wissen in ein Buch verwandeln, das dich als Nr. 1 deiner Branche positioniert? Prüfe unverbindlich, ob unser Bestseller-System zu deinen Zielen passt.
Auf Zusammenarbeit bewerben
