Kurz beantwortet
Ein Buchkonzept entsteht in sechs Schritten und beginnt beim Geschäftsziel. Du legst zuerst fest, was das Buch dir bringen soll und wen es dafür erreichen muss. Danach schärfst du deinen USP, formulierst die Kernbotschaft in einem Satz und wählst das Format. Zuletzt legst du Umfang, Zeitplan und Veröffentlichungsweg fest. Daraus leitest du die Gliederung ab.
Zusammenfassung
- Ein Buchkonzept beginnt beim Geschäftsziel, nicht beim Thema. Erst wenn klar ist, was das Buch dir bringen soll, entstehen die Kapitel.
- Buchkonzept, Exposé und Gliederung sind drei verschiedene Dokumente. Das Konzept ist für dich, das Exposé für einen Verlag, die Gliederung für den Text.
- Ein Exposé brauchst du nur, wenn ein Publikumsverlag über dein Buch entscheiden soll. Im Selfpublishing gibt es diese Instanz gar nicht.
- Deine Methode steckt schon in deiner Arbeit. Du schreibst sie heraus, ordnest sie zu drei bis fünf Phasen und gibst ihr einen Namen.
- Schützen lässt sich nicht die Idee, sondern nur ihre Ausformulierung. Deine Texte und Schaubilder sind geschützt, deine Denkweise nicht.
- Für ein Business-Sachbuch planst du 12 bis 15 Kapitel zu je 3.000 bis 5.000 Wörtern. Jedes Kapitel braucht eine Kernaussage, drei bis fünf Unterpunkte und mindestens ein Beispiel.
- Gib dem Konzept eine Woche Realitätscheck, bevor du schreibst. Zähle Rückfragen und Gesprächstermine, nicht freundliche Zustimmung.
Buchkonzept erstellen: Vorlage, Exposé und Gliederung für dein Business-Buch
Ein Buchkonzept klärt zuerst das Geschäft und danach den Inhalt. Du arbeitest in sechs Schritten vom Geschäftsziel zur Gliederung. Die erste Frage ist deshalb nicht, worüber du schreibst. Sie lautet: Wen soll dieses Buch dir bringen, und was soll es auslösen?
Buchkonzept, Exposé und Gliederung sind dabei drei verschiedene Dokumente. Das Konzept ist dein interner Bauplan. Das Exposé verkauft dein Buch an einen Verlag. Die Gliederung ordnet den Inhalt in rund 12 bis 15 Kapiteln.
Buchkonzept, Exposé und Gliederung: die drei Dokumente sauber abgegrenzt
Viele Anleitungen werfen diese drei Begriffe durcheinander. Das kostet dich später Wochen, weil du das Falsche zuerst baust. Halte die Abgrenzung von Anfang an sauber.
| Dokument | Was es ist | Für wen | Umfang |
|---|---|---|---|
| Buchkonzept | Dein interner Bauplan mit Geschäftsziel, Wunschleser, Marktposition und Kernbotschaft | Für dich selbst, dazu für dein Team oder deinen Verlag zur Steuerung | 2 bis 4 Seiten, nie öffentlich |
| Exposé | Das Dokument, das dein Buch bei einem Verlag verkauft | Für Verlagslektorat und Entscheider | 3 bis 5 Seiten plus 20 bis 30 Normseiten Leseprobe |
| Gliederung | Die reine Inhaltsstruktur aus Kapiteln, Reihenfolge und Unterpunkten | Für dich beim Schreiben, außerdem als Teil des Exposés | 1 bis 2 Seiten, 12 bis 15 Kapitel |
Kurz gesagt: Das Konzept entscheidet, ob dein Buch geschäftlich funktioniert. Das Exposé überzeugt einen Verlag. Die Gliederung sorgt dafür, dass der Inhalt sitzt. Ein Konzept brauchst du immer, eine Gliederung fast immer. Ein Exposé brauchst du nur dann, wenn du bei einem Publikumsverlag anklopfst.
Warum das Buchkonzept vor dem ersten Satz über den geschäftlichen Erfolg entscheidet
Ein Buch zu schreiben ist Handwerk. Ein Buch zu veröffentlichen, das dein Geschäft verändert, ist Strategie. Es soll dir Autorität bringen, neue Kunden und höhere Honorare. Die meisten Unternehmer-Bücher scheitern nicht am Inhalt. Sie scheitern an der strategischen Fehlpositionierung: ein Buch für "jeden", das am Ende niemanden erreicht.
Du schreibst dann allgemeine Tipps zusammen. Das Buch zieht die falschen Leser an. Statt deinen Expertenstatus zu untermauern, verwässert es ihn.
Dazu kommt der volle Markt. Laut Börsenverein des Deutschen Buchhandels (Buchmarkt kompakt 2025/2026, Daten von Media Control) erschienen 2025 allein 52.644 Erstauflagen. Das sind 9,8 Prozent weniger als 2024 und immer noch über fünfzigtausend neue Titel in einem Jahr (Zahlenübersicht als PDF). Zwischen so vielen Neuerscheinungen fällt ein Buch für alle nicht auf.
Deshalb ist das Konzept der günstigste Fehlerfilter im ganzen Projekt. Eine falsche Weiche kostet dich hier eine Stunde Nachdenken. Dieselbe Weiche kostet dich im Manuskript 60.000 Wörter neu. Wer ohne klares Ziel losschreibt, landet fast zwangsläufig in der Fehlpositionierung.
Vor der ersten Zeile beantwortet das Konzept vier Fragen:
- Thema: Was ist der Kern deines Buches?
- Ziel: Was soll das Buch geschäftlich auslösen? Autorität, neue Kunden oder höhere Honorare.
- Zielgruppe: Für wen genau schreibst du, und wer hat den größten Nutzen davon?
- USP: Was löst dein Buch auf eine Weise, wie es kein anderes Buch löst?
Fehlt eine dieser Antworten, entsteht ein handwerklich sauberes Buch ohne geschäftliche Wirkung. Den ganzen Weg dahinter beschreibt der komplette Schritt-für-Schritt-Weg zum eigenen Buch.
Buchkonzept erstellen: die sechs Bausteine
Ein Buchkonzept für Unternehmer besteht aus sechs Bausteinen. Die Reihenfolge ist bewusst gewählt. Sie startet beim Geschäftsziel und arbeitet sich zum Inhalt vor, nicht umgekehrt.
1. Geschäftsziel und Absicht
Was soll passieren, nachdem jemand dein Buch gelesen hat? Vielleicht ein Erstgespräch, vielleicht eine höhere Preisakzeptanz. Vielleicht auch eine Partnerschaft oder eine Bewerbung. Formuliere ein einziges Hauptziel, das du messen kannst.
Ein B2B-Buch zielt nicht auf hohe Verkaufszahlen. Es zielt auf 10 bis 20 Entscheider, die dein Geschäft verändern können. Dieser Zweck gehört in Zeile eins deines Konzepts.
2. Wunschleser
Nicht "Selbstständige und Unternehmer", sondern konkret. In welcher Situation steckt dein idealer Kunde? Welches teure Problem hält ihn nachts wach? Welche Worte benutzt er dafür?
Je schärfer der Wunschleser, desto genauer filtert das Buch später deine Anfragen. So bringt dir dein Buch die richtigen B2B-Anfragen und hält Schnäppchenjäger fern.
3. USP und Positionierung
Warum ausgerechnet dein Buch? Ein starker USP bündelt wie ein Laserstrahl, nicht wie eine Taschenlampe. Statt gegen allgemeine Ratgeber anzutreten, machst du dein eigenes Spielfeld auf. Das kann eine benannte Methode sein, ein eigenes Modell oder eine neue Kategorie. Wie du sie aus deiner Arbeit herausholst, steht im übernächsten Abschnitt.
4. Kernbotschaft
Der eine Satz, den der Leser nach dem Zuklappen behält. Kannst du ihn nicht in einem Satz sagen, ist dein Konzept noch nicht fertig. Aus dieser Botschaft leitest du später jedes Kapitel ab.
5. Format
Sachbuch, Ratgeber oder Fachbuch entscheiden über Ton, Tiefe und Aufbau. Ein Ratgeber führt Schritt für Schritt zu einem Ergebnis. Ein Sachbuch erklärt einen Zusammenhang. Ein Fachbuch geht für ein Fachpublikum in die Tiefe. Wähle das Format, das zu Wunschleser und Ziel passt. Nicht das, das dir selbst am meisten schmeichelt.
6. Rahmen: Umfang, Zeit und Weg zur Veröffentlichung
Ein Business-Sachbuch hat 150 bis 250 Normseiten. Eine Normseite sind rund 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen. Das ergibt grob 42.000 bis 70.000 Wörter.
Druckseiten sind etwas anderes. Sie hängen an Format und Satz. Aus den Büchern, die wir bisher produziert haben, wissen wir: Gedruckt werden daraus meist rund 240 Seiten. Die meisten liegen zwischen 200 und 280 Seiten.
Lege außerdem fest, wie viel Zeit du realistisch hast. Und ob du Selfpublishing, einen Publikumsverlag oder einen betreuten Weg gehst. Gedruckt wird heute meist auf Bestellung, also ohne eigenes Lager.
Schritt für Schritt: in welcher Reihenfolge du das Konzept aufbaust
Die klassische Anleitung startet beim Thema. Für Unternehmer ist das der teuerste Fehler. Du drehst die Reihenfolge um und arbeitest vom Geschäftsziel zurück zur Gliederung.
- Geschäftsziel definieren. Ein Satz, ein Hauptziel.
- Wunschleser ableiten. Wen musst du erreichen, damit dieses Ziel eintritt?
- USP und Positionierung schärfen. Was macht dich für genau diesen Leser zur logischen Wahl?
- Kernbotschaft formulieren. Der eine Satz, der beim Leser hängen bleibt.
- Format festlegen. Sachbuch, Ratgeber oder Fachbuch, passend zu Leser und Ziel.
- Gliederung ableiten. Erst jetzt entstehen die Kapitel, jedes als Beweisschritt.
Erst wenn die Schritte 1 bis 5 stehen, kommt der Inhalt. Genau darin liegt der Ertrag. Du entscheidest über den geschäftlichen Erfolg, bevor du eine Stunde ins Schreiben steckst. Wenn du beim Thema noch schwankst, hilft dir der Beitrag dazu, wie du die tragfähige Buchidee und den Titel finden kannst.
Vom Erfahrungswissen zur benannten Methode: der USP-Baustein im Detail
Baustein drei löst du nicht durch längeres Nachdenken. "Was macht mich einzigartig?" beantwortest du, indem du aufschreibst, was du ohnehin tust. Daraus ziehst du ein Muster.
Deine Methode gibt es längst. Sie steckt nur in deinem Kopf und in deiner täglichen Arbeit. Drei Schritte holen sie heraus. Danach klärst du, was daran eigentlich dir gehört.
Schritt 1: die ehrliche Bestandsaufnahme
Bevor du sortierst, sammelst du. Stelle dir die bohrenden Fragen, die deine unbewussten Routinen sichtbar machen:
- Welche Schritte wiederholst du in jedem erfolgreichen Projekt?
- Was machst du grundlegend anders als deine Wettbewerber?
- An welcher Stelle hatten Kunden ihren Aha-Moment?
- Gibt es ein Prinzip, das über allem steht?
Schreib ungefiltert mit, ohne zu bewerten. In dieser Phase zählt die Menge, nicht die Form. Du erzeugst das Rohmaterial, aus dem später das Modell entsteht.
Schritt 2: gruppieren, bis ein Modell entsteht
Jetzt bringst du Ordnung ins Material. Lege die Notizen nach Themen zusammen und suche nach Wiederholungen. Meist bleiben drei bis fünf Phasen, Säulen oder Kernprinzipien übrig.
Prüfe dann, ob sich diese Ordnung zeichnen lässt. Als Kreislauf, als Pyramide, als Stufenmodell oder als Matrix. Ein Modell, das auf eine Seite passt, ist der eigentliche Test. Was du nicht skizzieren kannst, hast du selbst noch nicht durchdrungen. Deine Leser werden es dann erst recht nicht.
Aus diesem Modell wird später die oberste Ebene deiner Gliederung: je eine Phase, ein Kapitelblock.
Schritt 3: die Methode benennen
Der Name ist das Aushängeschild deiner Methode. Er sollte kurz sein und in deinem Feld eindeutig. Er sollte den Nutzen andeuten, statt ihn zu behaupten. Ein guter Name wird zum festen Begriff in deiner Branche. Er bleibt mit dir verbunden, auch wenn andere ihn benutzen.
Genau deshalb gehört die Benennung ins Konzept und nicht ans Ende des Schreibens. Sie zwingt dich, die Methode auf einen Kern zu bringen. Und sie liefert den Anker für Untertitel, Kapitelnamen und Vorträge. Wer hier sauber arbeitet, tritt nicht mehr gegen allgemeine Ratgeber an, sondern definiert eine eigene Kategorie.
Was an deinem Modell rechtlich schützbar ist
Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass sich eine Idee schützen lässt. Das Gesetz sieht das anders. Das Urheberrechtsgesetz zählt in § 2 Absatz 1 auf, was zu den geschützten Werken gehört. Genannt sind dort Sprachwerke sowie "Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art". Dazu zählt das Gesetz Zeichnungen und Pläne, Karten und Skizzen sowie Tabellen.
Absatz 2 stellt klar: "Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen." Geschützt ist damit die konkrete Ausformulierung und Darstellung. Der abstrakte Gedanke dahinter ist es nicht (§ 2 UrhG, amtliche Textausgabe des Bundesamts für Justiz, Fassung von 2026).
Für dein Konzept heißt das zweierlei. Erstens hängt der Schutz am Werk, nicht an einem Register. Dein Kapiteltext, deine Schaubilder und deine Fallbeispiele sind das Werk. Dein Gedankengebäude ist es nicht.
Zweitens tut niemand etwas Verbotenes, der deinen Gedanken aufgreift und in eigenen Worten weitergibt. Wie weit der Schutz im Einzelfall trägt, entscheidet sich am konkreten Werk. Das gehört zu einer Fachanwältin und nicht in einen Blogartikel.
Dasselbe gilt für die Frage, ob der Name deiner Methode zusätzlich als Marke eintragbar wäre. Eigenes Gesetz, eigenes Verfahren, eigene Beratung. Plane im Konzept deshalb nicht mit juristischem Schutz. Plane mit eigener Leistung: eigene Formulierungen, eigene Grafiken, eigene Fälle.
Der Schutz, der wirklich trägt: Didaktik und Bilder
Ein Modell wird erst dann wirklich deins, wenn du es unverwechselbar erklärst. Deine Analogien, deine Übungen und deine Reihenfolge lassen sich nicht abschreiben, ohne dass es auffällt. Dasselbe gilt für die Geschichten, an denen du dein Modell zeigst.
Genauso wirken visuelle Anker. Ein eigenes Schaubild, das der Leser nach dem Zuklappen noch vor Augen hat, wird zum Symbol deiner Methode. Es reist in Vorträgen, Präsentationen und internen Runden weiter, ohne dass du dabei sein musst.
Plane beides schon im Konzept. Eine Analogie, eine Übung und eine Grafik je Kapitelblock. Was hier fehlt, fehlt später im Buch.
Das Buch als Kundenfilter: Zielgruppe und USP so schärfen, dass die richtigen Kontakte anbeißen
Ein Buch sortiert Anfragen vor, bevor das erste Gespräch stattfindet. Ein Blogartikel wird überflogen. Ein Buch kostet den Leser eine bewusste Entscheidung und Zeit. Ein strategisch gebautes Konzept nutzt diesen Filter aktiv, über drei Wege:
- Denkweise zeigen: Du zeigst nicht nur, was du tust, sondern wie und warum. Wer deine Haltung teilt, meldet sich. Die anderen suchen gar nicht erst Kontakt.
- Rahmen setzen: Du benennst die Probleme, die du löst. Dazu die Ebene, auf der du arbeitest. Das zieht Menschen an, die genau davorstehen.
- Wert zeigen: Durch tiefe Einblicke versteht der Leser, warum eine professionelle Lösung ihr Geld wert ist.
Halte deshalb für jeden Baustein fest, welchen Kunden er anzieht und welchen er abstößt. Ein Buch, das niemanden abstößt, filtert auch niemanden.
Von der Kernbotschaft zur Gliederung: 12 bis 15 Kapitel sauber ableiten
Die Gliederung ist kein Brainstorming, sondern eine Ableitung. Jedes Kapitel ist ein Beweisschritt zu deiner Kernbotschaft. Als Richtwert gelten 12 bis 15 Kapitel mit je etwa 3.000 bis 5.000 Wörtern.
Pro Kapitel legst du drei Dinge fest:
- Die Kernaussage in einem Satz: Was soll der Leser danach glauben oder können?
- Drei bis fünf Unterpunkte: die Argumentationsschritte, die zu dieser Kernaussage führen.
- Beispiele und Fälle: mindestens ein konkretes Beispiel je Kapitel, das die Aussage beweist.
Ordne die Kapitel entlang der Leserreise. Erst kommt das Problembewusstsein, dann die Ursache. Danach folgen die Lösung und der erste umsetzbare Schritt. Beim Feinbau hilft dir der Beitrag zu Aufbau und Struktur eines Sachbuchs.
Die Sieben-Tage-Validierung: prüfe das Konzept, bevor du schreibst
Ein fertiges Konzept ist zunächst eine Vermutung. Bevor du Monate in ein Manuskript steckst, prüfst du sie in einer Woche an echten Menschen.
Wie weit Erwartung und Ergebnis auseinanderliegen können, zeigt die Business Book ROI Study 2024. Erstellt haben sie Amplify Publishing Group, Gotham Ghostwriters, Smith Publicity und Thought Leadership Leverage. Befragt wurden 301 Autorinnen und Autoren zwischen April und August 2024.
Nach ihrer eigenen Auskunft verkauften sie deutlich weniger, als sie erwartet hatten. Angegeben ist jeweils der mittlere Wert: Die eine Hälfte lag darüber, die andere darunter.
Im Publikumsverlag standen 4.600 verkaufte Exemplare einer Erwartung von 8.900 gegenüber. Im Hybridmodell waren es 1.600 gegen erwartete 4.400. Im Selfpublishing waren es 700 gegen erwartete 1.100. Auf allen drei Wegen lag die Erwartung also über dem Ergebnis.
Die Studie hält zugleich fest, dass die Verkaufszahl den Erfolg nicht vorhersagte. Viele erreichten ihre Ziele trotz geringerer Verkäufe (Business Book ROI Study 2024). Beide Befunde zeigen in dieselbe Richtung. Wer seine Erwartung vor dem Schreiben prüft, korrigiert billig statt teuer.
- Tag 1 und 2: Nachfrage prüfen. Suchen deine Wunschleser online nach diesem Problem, und mit welchen Worten? Sieh dir an, welche Titel es schon gibt und welche Frage sie offen lassen. Für die Suchseite hilft dir die Keyword-Recherche für dein Buch.
- Tag 3 und 4: zuhören statt senden. Geh in die Foren, Fachgruppen und Kommentarspalten, in denen deine Zielgruppe wirklich schreibt. Notiere ihre Formulierungen wörtlich. Diese Sätze werden später deine Kapitelüberschriften.
- Tag 5 und 6: die Kernbotschaft testen. Bring genau ein Kapitel in die Welt. Als Artikel, als kurzen Vortrag oder als Webinar. Miss nicht den Applaus, sondern die Rückfragen. Wer nachfragt, hat verstanden und will mehr.
- Tag 7: fünf Gespräche führen. Sprich mit fünf Menschen aus deinem Zielprofil über ihr Problem, nicht über dein Buch. Wie du solche Gespräche vorbereitest, steht in der Anleitung zu Wissensextraktions-Interviews.
Bewerte am Ende nicht Zustimmung, sondern Verhalten. "Das würde ich lesen" ist eine Absichtserklärung, keine Nachfrage. Zählbar sind weitergeleitete Beiträge, unaufgeforderte Rückfragen und Gesprächstermine.
Trägt die Vermutung nicht, änderst du nicht das Buch. Du änderst den Wunschleser oder die Kernbotschaft. Auf Konzeptebene kostet dich das eine Stunde.
Das Exposé erstellen: wann du es brauchst und was hineingehört
Ein Exposé brauchst du nur, wenn du dein Buch einem Publikumsverlag anbieten willst. Gehst du den Weg über Selfpublishing oder einen betreuten Weg, reichen Konzept und Gliederung als interne Steuerung. Für den Verlag aber ist das Exposé das Dokument, das über Ja oder Nein entscheidet.
Ein professionelles Sachbuch-Exposé umfasst meist 3 bis 5 Seiten reines Konzept. Dazu kommt eine Leseprobe von 20 bis 30 Normseiten. Diese Bausteine gehören hinein:
- Pitch: 3 bis 5 Sätze, die das Buch und seinen Nutzen auf den Punkt bringen.
- Detaillierte Gliederung: alle Kapitel mit stichwortartigem Kurzinhalt.
- Zielgruppe und Nutzen: wer das Buch kauft und welches Problem es löst.
- Markt- und Konkurrenzanalyse mit USP: die Abgrenzung zur vorhandenen Literatur.
- Autorenvita: was du kannst und warum gerade du dieses Buch schreibst.
- Umfang und Zeitplan: geplante Seitenzahl, Abbildungen und ein Termin für die Manuskriptabgabe.
- Vermarktungspotenzial: deine Reichweite, dein Netzwerk, dein Plan für Sichtbarkeit.
Verlage fragen diese Bausteine oft bis ins Detail ab, bis hin zum Terminvorschlag für die Manuskriptabgabe. Alles davon leitest du direkt aus einem sauberen Konzept ab. Deshalb lohnt sich die Reihenfolge Konzept vor Exposé doppelt.
Vorlage und Muster-Exposé
Du brauchst keine leere Seite. Nutze das Konzept-Gerüst aus diesem Beitrag als Buchkonzept-Vorlage. Aus sechs Bausteinen werden sechs Überschriften, darunter je zwei bis vier Sätze. Die benannte Methode bekommt einen eigenen Abschnitt. Fürs Exposé überführst du diese Bausteine in die sieben Abschnitte oben und ergänzt die Leseprobe.
Typische Fehler, die ein Buchkonzept unbrauchbar machen
- Buch für jeden: Ohne scharfen Wunschleser wird das Buch ein beliebiges Produkt im vollen Markt und erreicht niemanden.
- Kein Ziel: Wer nicht festlegt, was das Buch geschäftlich auslösen soll, produziert die teure Fehlpositionierung.
- Gliederung statt Strategie: Wer mit den Kapiteln startet, überspringt die Fragen, die über den Erfolg entscheiden.
- Methode ohne Namen: Ein Modell ohne Titel bleibt eine Sammlung von Tipps und wird nicht weitererzählt.
- Fehlende Marktabgrenzung: Ohne Blick auf die Konkurrenz fehlt der USP. Das Buch wirkt austauschbar, im Konzept wie im Exposé.
- Kernbotschaft in fünf Sätzen: Wenn du die Botschaft nicht in einem Satz sagen kannst, ist der Fokus noch nicht scharf.
Selbst erstellen oder mit einem Verlag entwickeln?
Das Konzept-Gerüst aus diesem Beitrag kannst du eigenständig ausfüllen. Der Engpass ist selten das Wissen. Es ist der Abstand zum eigenen Thema. Du steckst zu tief drin, um die unangenehmen Fragen ehrlich zu beantworten und die Nische wirklich zu schärfen. Begleitung rechnet sich deshalb dann, wenn das Buch ein ernsthaftes Geschäftsziel tragen soll.
Genau hier setzt der Remote Verlag an. Das Buchthema wird an echten Suchanfragen und am vorhandenen Angebot geprüft, nicht am Bauchgefühl. Buchstrategie und Buchproduktion sind zwei getrennte Stufen: Zuerst steht das Konzept, danach entsteht das Buch.
Der Remote Verlag arbeitet dabei mit Paketpreisen, weil das Risiko sonst beim Autor liegt. Wer nach Aufwand abrechnet, gibt das Risiko an dich weiter: Wird die Recherche aufwendiger, wird es teurer. Ein Paketpreis dreht das um. Du kennst den Betrag vorher.
Der Track-Record dahinter: 23-mal SPIEGEL-Bestseller, über 700.000 verkaufte Bücher und 19.000 Amazon-Bewertungen. Mehr als 140 begleitete Autorinnen und Autoren behalten 75 Prozent Tantieme.
Wer den kompletten Schreibteil abgeben möchte, kann sein Buch professionell schreiben lassen und bringt dafür unter 20 Stunden Eigenaufwand über das gesamte Projekt auf. Ob sich das für dich lohnt, rechnest du mit deinen eigenen Zahlen durch. Die Frage lautet: Was ist ein einziger neuer Kunde in deinem Geschäft wert? Mehr Beiträge zum Thema findest du in der Kategorie Buchkonzept entwickeln.
Häufige Fragen
Wie erstelle ich ein Buchkonzept Schritt für Schritt?
In sechs Schritten. Du definierst das Geschäftsziel, leitest daraus den Wunschleser ab und schärfst deinen USP. Dann formulierst du die Kernbotschaft in einem Satz und wählst das Format. Zuletzt leitest du die Gliederung ab. Du arbeitest vom geschäftlichen Ziel zurück zum Inhalt, nicht umgekehrt.
Was ist der Unterschied zwischen Buchkonzept, Exposé und Gliederung?
Das Buchkonzept ist dein interner Bauplan mit Ziel, Zielgruppe und Marktposition. Das Exposé ist das Verkaufsdokument für einen Verlag, meist 3 bis 5 Seiten plus Leseprobe. Die Gliederung ist die reine Inhaltsstruktur mit rund 12 bis 15 Kapiteln. Alle drei sind verschiedene Dokumente mit verschiedenen Zwecken.
Wie entwickle ich für mein Buch eine eigene Methode?
In drei Schritten. Erst schreibst du ungefiltert auf, was du in jedem erfolgreichen Projekt wiederholst. Dann gruppierst du die Notizen zu drei bis fünf Phasen und zeichnest das Modell auf eine Seite. Zuletzt gibst du der Methode einen Namen. Der Name gehört ins Konzept und nicht ans Ende des Schreibens, weil er dich auf den Kern zwingt.
Kann ich meine Methode oder mein Framework schützen lassen?
Die Idee als solche nicht. Das Urheberrechtsgesetz schützt nach § 2 Absatz 2 UrhG nur persönliche geistige Schöpfungen. Geschützt ist also die konkrete Ausformulierung und Darstellung, nicht der abstrakte Gedanke dahinter. Deine Texte, Schaubilder und Fallbeispiele fallen darunter, deine Denkweise nicht.
Wie weit das im Einzelfall reicht, klärst du mit einer Fachanwältin. Dieselbe Frage stellt sich, wenn ein Methodenname als Marke eingetragen werden soll. Praktisch wirksamer als jeder Paragraf ist ohnehin, wie du deine Methode erklärst und zeichnest.
Brauche ich als Unternehmer überhaupt ein Exposé?
Für die meisten Unternehmer nicht. Ein Exposé ist ein Bewerbungsdokument für einen Publikumsverlag. Im Selfpublishing und auf dem betreuten Weg gibt es diese Instanz gar nicht. Dort steuerst du mit Konzept und Gliederung. Als Übung taugt es trotzdem. Wer Markt- und Konkurrenzanalyse, USP und Vermarktungspotenzial auf drei bis fünf Seiten unterbringen muss, sieht sofort die schwammigen Stellen.
Wie validiere ich mein Buchkonzept, bevor ich schreibe?
Plane eine Woche ein. Zwei Tage gehen an Nachfrage und Titelrecherche, zwei Tage ans Zuhören in den Kanälen deiner Zielgruppe. Dann folgen zwei Tage für einen öffentlichen Test genau eines Kapitels und ein Tag für fünf Gespräche. Bewerte am Ende Verhalten, nicht Zustimmung. Rückfragen, Weiterleitungen und Terminanfragen zählen, freundliche Absichtserklärungen nicht.
Wie erstelle ich die Gliederung aus meinem Konzept?
Du leitest jedes Kapitel als Beweisschritt zu deiner Kernbotschaft ab. Als Richtwert gelten 12 bis 15 Kapitel mit je 3.000 bis 5.000 Wörtern. Pro Kapitel legst du eine Kernaussage in einem Satz fest. Dazu kommen drei bis fünf Unterpunkte und mindestens ein Beispiel. Die Reihenfolge folgt der Leserreise vom Problem zur Lösung.
Welchen Umfang und Zeitrahmen plane ich im Buchkonzept ein?
Der Rahmen-Baustein besteht aus Umfang, Zeitplan und Weg zur Veröffentlichung. Ein Business-Sachbuch liegt bei 150 bis 250 Normseiten zu je rund 1.800 Zeichen. Das ergibt grob 42.000 bis 70.000 Wörter. Den Zeitplan rechnest du zweistufig. Schreibst du selbst, dauert die Manuskriptphase 4 bis 9 Monate. Mit Ghostwriting sind es 2 bis 4 Monate. Ab Manuskripteingang kommen rund 3 Monate bis zum fertigen Buch dazu.
Fazit
Ein Buchkonzept ist kein literarischer Vorbereitungsschritt. Es ist der Geschäftsplan deines Buches. Kläre zuerst, welche Kunden und welche Position das Buch dir bringen soll. Erst daraus leitest du Methode, Thema und Gliederung ab. Wer diese Reihenfolge umdreht, schreibt ein handwerklich gutes Buch ohne geschäftliche Wirkung.
Und bevor die erste Seite entsteht, gib dem Konzept eine Woche Realitätscheck. Das ist der billigste Punkt im ganzen Projekt, an dem du noch abbiegen kannst. Wer diesen Schritt nicht allein gehen will: Der Remote Verlag beginnt genau hier, mit der Buchstrategie vor der Buchproduktion.
Dein Wissen wird zum Buch, das dir Kunden bringt
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