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31.07.2026
Vergleich Ghostwriting-Agentur, Einzel-Ghostwriter und Full-Service-Verlag für Unternehmer
Kurz beantwortet

Ghostwriter, Agentur und Verlag unterscheiden sich vor allem im Lieferumfang. Ein Einzel-Ghostwriter schreibt das Manuskript. Eine Agentur deckt je nach Anbieter noch Konzept, Lektorat und Korrektorat ab. Ein Full-Service-Verlag verantwortet alle elf Arbeitsschritte bis zum bestellbaren Buch. Je weniger Schritte enthalten sind, desto mehr organisierst du selbst.

Zusammenfassung
  • Ein Einzel-Ghostwriter liefert das Manuskript. Lektorat, Herstellung und Buchhandel organisierst du danach selbst.
  • Ein Buchprojekt besteht aus elf Arbeitsschritten. Zwischen ihnen liegen zehn Übergaben, und jede davon kann ein Projekt aufhalten.
  • Steht im Vertrag „Manuskript“, ist der Auftrag mit dem Manuskript erfüllt. Ein Buch im Handel hast du damit noch nicht.
  • Bei elf Einzelaufträgen haftet niemand für das Gesamtergebnis. Ein Vertragspartner für den ganzen Weg steht auch für seine Leute ein.
  • Urheber eines fremden Textes wirst du nie. Du bekommst Nutzungsrechte, und der Vertrag muss Umfang, Gebiet und Dauer benennen.
  • Ob die schreibende Person genannt wird, gehört schriftlich in den Vertrag. Das Landgericht Köln sprach 2023 einer Ghostwriterin dafür Schadensersatz zu.
  • Wer nach „Ghostwriting-Agentur“ sucht, landet meist bei Anbietern für Hausarbeiten. Für ein Unternehmerbuch ist das der falsche Suchbegriff.

Unternehmerbuch schreiben lassen: Einzel-Ghostwriter, Agentur oder Full-Service-Verlag?

Wer ein Unternehmerbuch schreiben lassen will, entscheidet zwischen drei Lieferumfängen. Ein Einzel-Ghostwriter liefert einen Arbeitsschritt, nämlich das Manuskript. Eine Ghostwriting-Agentur deckt je nach Anbieter einige weitere ab, meist Konzept, Lektorat und Korrektorat. Ein Full-Service-Verlag verantwortet alle elf Schritte zwischen deiner Idee und einem bestellbaren Buch.

Aus dem Lieferumfang folgt alles andere. Er entscheidet, wie viel Arbeit bei dir bleibt, wer für das Gesamtergebnis haftet und was bei einem Ausfall passiert.

Dieser Artikel ordnet die Entscheidung und sonst nichts. Er nennt keine Preise, weil eine Summe ohne Leistungsumfang keine Information ist. Er nennt die Punkte, an denen zwei Angebote überhaupt vergleichbar werden.

An drei Stellen geht es tiefer weiter. Die sieben Auswahlkriterien und die Warnsignale stehen in Ghostwriter finden: 7 Kriterien. Die Rechtslage und die Abgrenzung zum akademischen Ghostwriting stehen in Business-Ghostwriting gegen akademisches Ghostwriting. Woran der Preis eines Buchprojekts hängt, rechnet Buch schreiben lassen: was ein Buchprojekt kostet vor.

Ein Arbeitsschritt, einige oder alle elf

Ein Buchprojekt besteht nicht nur aus Schreiben. Es besteht aus elf Arbeitsschritten, die aufeinander aufbauen. Jeden davon kannst du einzeln einkaufen, mitgeliefert bekommen oder übersehen. Deshalb sind zwei Angebote mit ähnlicher Summe regelmäßig zwei völlig verschiedene Dinge.

Die Tabelle zeigt, wer welchen Schritt üblicherweise übernimmt. Verbindlich ist am Ende immer die Fassung in deinem eigenen Angebot.

Arbeitsschritt im Buchprojekt Einzel-Ghostwriter Ghostwriting-Agentur Full-Service-Verlag
Strategie und Positionierung organisierst du selbst je nach Anbieter enthalten
Marktrecherche und die Frage, ob das Thema trägt organisierst du selbst je nach Anbieter enthalten
Dein Wissen in Interviews einsammeln meist enthalten enthalten enthalten
Manuskript, also das Ghostwriting selbst enthalten enthalten enthalten
Lektorat (Logik, Argumentation, Aufbau) organisierst du selbst meist enthalten enthalten
Korrektorat (Rechtschreibung, Grammatik) organisierst du selbst meist enthalten enthalten
Buchsatz und druckfertiger Innenteil organisierst du selbst je nach Anbieter enthalten
Cover samt korrekter Rückenbreite organisierst du selbst je nach Anbieter enthalten
Druck und Print-on-Demand organisierst du selbst selten enthalten
ISBN, Verzeichnis Lieferbarer Bücher, Barsortimente organisierst du selbst selten enthalten
Marketing und Launch organisierst du selbst selten enthalten

Ein reiner Ghostwriting-Auftrag endet mit Zeile vier. Alles darunter organisierst du danach selbst. Genau dort liegt der Aufwand, den die meisten Rechnungen unterschlagen.

Dazu kommen die kleinen Posten am Ende. Vier davon werden regelmäßig übersehen:

  • das Probeexemplar vor der Druckfreigabe
  • Autoren- und Presseexemplare
  • der Barcode für den Umschlag
  • die Pflichtablieferung an die Deutsche Nationalbibliothek

Einzeln fällt keiner dieser Posten auf. Zusammen verschieben sie jede Rechnung, die nur mit Lektorat, Satz und Cover gerechnet hat. Die vollständige Logik dahinter steht im Kostenüberblick.

Raster mit drei Spalten für Ghostwriter, Agentur und Verlag und vier Zeilen für Schreiben, Lektorat, Herstellung und Vermarktung; goldene Punkte zeigen, welcher Schritt im jeweiligen Modell abgedeckt ist.
Der Preisunterschied zwischen den Modellen erklärt sich vor allem aus den Zeilen, die leer bleiben und die du sonst selbst organisierst.

Die leeren Zeilen kosten dich nicht nur Geld. Sie kosten Kalenderzeit und Aufmerksamkeit. Das Manuskript entsteht mit Ghostwriting-Unterstützung in 2 bis 4 Monaten. Ab Manuskripteingang dauert es bis zum fertigen Buch noch rund 3 Monate.

Wer die Schritte darunter selbst zusammensucht, verlängert vor allem die zweite Hälfte. Jede Übergabe wartet auf einen freien Termin beim nächsten Dienstleister. Was dich dein eigener Zeitaufwand kostet, rechnet diese Rechnung mit deinem Stundensatz vor. Der realistische Zeitplan steht in Wie lange dauert es, ein Buch zu schreiben?.

Die drei Modelle, jeweils in drei Sätzen

Der Einzel-Ghostwriter

Du beauftragst eine Person, die dein Manuskript schreibt. Du hast direkten Kontakt und eine persönliche Arbeitsbeziehung. Du kaufst genau eine Leistung ein, nämlich Text.

Was davor liegt und was danach kommt, steht in der Tabelle oben. Diese Schritte beauftragst du selbst, koordinierst sie selbst und verantwortest sie selbst.

Die Ghostwriting-Agentur

Die Agentur vermittelt eine passende schreibende Person aus einem Pool. Du bekommst einen festen Ansprechpartner und eingespielte Abläufe. Das nimmt dir die Suche ab und meist auch Lektorat und Korrektorat.

Es senkt außerdem das Ausfallrisiko, weil ein Wechsel organisierbar ist. Der Auftrag endet in der Regel beim abgenommenen Manuskript. Herstellung, Buchhandel und Vermarktung sind selten Teil davon.

Der Full-Service-Verlag

Der Verlag übernimmt das Buch als Ganzes. Der Weg reicht von der Positionierung über Manuskript und Herstellung bis zur Meldung in den Buchhandel und zum Launch. Damit verschiebt sich, was du kaufst. Es ist kein Manuskript, sondern ein bestellbares Buch samt der Vermarktung, die es sichtbar macht.

Dafür triffst du weniger Einzelentscheidungen. Und du stimmst dich mit einem Team ab, dessen Rollen festgelegt sind.

Welcher Veröffentlichungsweg zu deinem Ziel passt, klärt Buchverlag finden oder selbst verlegen. Welche Buchform du brauchst, steht in Sachbuch schreiben lassen: Fachbuch, Ratgeber und E-Book.

Fünf Fragen, an denen sich die Modelle unterscheiden

Diese fünf Fragen trennen die Modelle schärfer als jede Preisangabe. Sie fragen danach, was dir am Ende gehört und was auf deinem Tisch liegen bleibt. Was ein Anbieter nur mündlich beantwortet, steht am Ende nicht im Vertrag.

1. Wo endet die Lieferung?

Ein Ghostwriting-Auftrag ist juristisch ein Werkvertrag. Nach § 631 BGB wird der Unternehmer damit zur „Herstellung des versprochenen Werkes“ verpflichtet. Das Wort „versprochen“ ist der ganze Punkt. Geschuldet ist genau das, was der Vertrag als Werk beschreibt.

Steht dort „Manuskript, 200 Normseiten“, ist die Lieferung mit dem abgenommenen Manuskript erfüllt. Ein Buch hast du damit noch nicht. Ein Business-Sachbuch umfasst typischerweise 150 bis 250 Normseiten. Eine Normseite sind rund 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen, und in dieser Größe rechnen seriöse Anbieter.

Praktisch heißt das zweierlei. Erstens benennt ein guter Vertrag das Werk und nicht die Tätigkeit. „Ghostwriting für dein Buch“ ist keine Werkbeschreibung. „Manuskript in vereinbartem Umfang, Struktur vorab abgenommen, zwei Überarbeitungsschleifen“ ist eine.

Zweitens zeigt sich Seriosität an den Zwischenständen, die du abnehmen darfst. Struktur, Probekapitel und Rohmanuskript sind die üblichen drei. Der Werkvertrag kennt die Abnahme als eigenen Schritt (§ 640 BGB).

Fehlen abgenommene Zwischenergebnisse, verlagert sich die gesamte Prüfung ans Ende. Das ist das eigentliche Warnsignal. Es ist deutlicher als jede Auffälligkeit beim Preis.

2. Wer koordiniert die Übergaben?

Zwischen elf Arbeitsschritten liegen zehn Übergaben. Jede davon ist eine Stelle, an der ein Projekt liegen bleibt. Der Lektor braucht das vollständige Manuskript. Der Setzer braucht den lektorierten Text.

Das Cover braucht die endgültige Seitenzahl für die Rückenbreite. Die Meldung an den Buchhandel braucht fertige Metadaten. Wer diese Kette selbst führt, führt ein kleines Produktionsprojekt neben dem eigenen Unternehmen.

Aus der Arbeit mit mehr als 140 Autorinnen und Autoren weiß der Remote Verlag, wo Projekte hängen bleiben. Fast nie am Text. Fast immer an den Übergaben.

Genau hier entsteht der Unterschied im Eigenaufwand. Im Full-Service-Modell bleibt er unter 20 Stunden über das gesamte Projekt. Du bringst dann nur ein, was ausschließlich von dir kommen kann: dein Wissen und deine Freigaben.

Bei elf Einzelaufträgen ist die Koordination selbst der größte Posten. Sie fällt in Zeitfenstern an, die du nicht bestimmst.

3. Wer haftet für das Gesamtergebnis?

Wer einen Auftrag als Ganzes annimmt, steht auch für die Leute ein, die er dafür einsetzt. Nach § 278 BGB vertritt der Schuldner das Verschulden seiner Erfüllungsgehilfen wie eigenes Verschulden.

Erfüllungsgehilfe ist jeder, den er zur Erfüllung seiner Pflicht einsetzt. Im Gesetz steht dazu „in gleichem Umfang zu vertreten wie eigenes Verschulden“. Das ist der belastbare Kern des Arguments für Agentur oder Verlag.

Es gibt einen Vertragspartner, der für das Ganze einsteht. Intern können trotzdem mehrere Menschen arbeiten. Vergibst du dagegen elf Einzelaufträge, hast du elf Schuldner für elf Teile.

Für das Ergebnis hast du keinen. Passt am Ende der Satz nicht zum Cover oder die Meldung im Buchhandel nicht zur Positionierung, ist niemand vertraglich zuständig. Diese Lücke merkt man erst, wenn sie eintritt. Dann ist das Buch gedruckt.

Wie stark schlechte Herstellung auf die Wahrnehmung durchschlägt, zeigt der Beitrag zu Buchlayout und Satz.

4. Was passiert, wenn die schreibende Person ausfällt?

Beim Einzel-Ghostwriter ist die Person die ganze Lieferkette. Krankheit, ein größerer Parallelauftrag oder ein Abbruch bedeuten Projektstillstand. Der Ersatz beginnt inhaltlich fast von vorn, weil das Material in Gesprächen und Notizen dieser einen Person steckt.

Das ist kein Qualitätsunterschied zwischen den Modellen. Es ist ein Unterschied im Aufbau.

Rechtlich hängt das an der Vertragsart. Beim Dienstvertrag gilt § 613 BGB: „Der zur Dienstleistung Verpflichtete hat die Dienste im Zweifel in Person zu leisten.“ Der Werkvertrag schuldet dagegen das Ergebnis. Wer es herstellt, lässt er offen.

Deshalb darf der Auftragnehmer beim Werkvertrag Erfüllungsgehilfen einsetzen und steht für sie ein. Für dich als Auftraggeber folgen daraus zwei Fragen an den Anbieter.

Darf er die schreibende Person wechseln? Und wem gehört bei einem Wechsel das bereits erarbeitete Material, also Transkripte, Konzept und Rohkapitel? Beides gehört in den Vertrag, bevor der Fall eintritt. Danach verhandelst du unter Zeitdruck.

5. Wem gehören die Rechte, und wer wird genannt?

Hier räumen die meisten Angebote am ungenauesten auf. Nach § 29 Absatz 1 UrhG ist das Urheberrecht „nicht übertragbar“, abgesehen vom Erbfall. Du kannst also nicht Urheber eines Textes werden, den jemand anderes geschrieben hat. Kein Vertrag der Welt ändert das.

Was du bekommst, sind Nutzungsrechte nach § 31 UrhG. Der Vertrag muss die Nutzungsarten benennen. Er muss sagen, ob du sie allein bekommst oder andere sie auch nutzen dürfen. Und er muss Gebiet und Dauer festlegen.

Dass das keine Formalie ist, zeigt eine Entscheidung des Landgerichts Köln vom 13. Juli 2023 (Aktenzeichen 14 O 237/22). Eine Ghostwriterin hatte auf Grundlage eines Konzepts Interviews geführt. Daraus schrieb sie den Buchtext eines autobiografischen Sachbuchs.

Das Gericht sah sie als Miturheberin des Werks. Es sprach ihr Schadensersatz wegen unterbliebener Urheberbenennung nach § 13 UrhG zu. Bemessen wurde er als hundertprozentiger Zuschlag auf das bereits gezahlte Honorar.

Entscheidend war die Begründung. Rechte aus § 13 UrhG sind nach dem Urteil nur „außerhalb ihres unverzichtbaren Kerns vertraglichen Einschränkungen zugänglich“. Ein Vertrag darf sie also begrenzen, aber nicht aushebeln. Die Gegenseite hielt dagegen, das Ausbleiben der Nennung entspreche ohnehin dem Sinn einer Ghostwriter-Vereinbarung. Das genügte dem Gericht nicht.

Daraus folgt eine konkrete Frage an jeden Vertrag. Ist schriftlich geregelt, ob und wie die schreibende Person genannt wird? Bei einem Einzelvertrag trägst du das Risiko dieser Lücke selbst. Bei Agentur und Verlag trägt es der Anbieter, der die schreibende Person beauftragt hat.

Wie Rechte und Erlöse bei uns geregelt sind, steht in Rechte und Tantiemen beim Remote Verlag.

Was die Datenlage über Ghostwriting hergibt

Für die Business Book ROI Study 2024 wurden 301 veröffentlichte Business- und Sachbuchautoren befragt. Hinter der Studie stehen Amplify Publishing Group und Gotham Ghostwriters. Beteiligt waren außerdem Smith Publicity, Thought Leadership Leverage und Josh Bernoff. Die Erhebung lief von April bis August 2024.

Zwei Befunde daraus gehören in diese Entscheidung. Erstens ist Ghostwriting im Business-Sachbuch etabliert, aber kein Massenphänomen. Die Studie schreibt: „One in four worked with a coauthor, and one in twelve with a ghostwriter.“ Rund jeder zwölfte Befragte hat also mit einem Ghostwriter gearbeitet.

Zweitens war das typische Buch mit Ghostwriter viermal so profitabel wie andere Bücher. Gemeint ist der Wert in der Mitte des Feldes und nicht der Durchschnitt.

Diesen Zusammenhang weist die Studie ausdrücklich als Korrelation aus und nicht als Ursache. Sie nennt Launch-PR, Ghostwriting und eine klare Erlösstrategie als Merkmale, die mit Gewinn zusammenhängen. Dazu schreibt sie: „While there’s no way to prove causation“.

Das ist wichtig, weil die naheliegende Lesart falsch wäre. Plausibel ist auch die umgekehrte Richtung. Wer ohnehin ein tragfähiges Geschäft und ein klares Ziel für das Buch hat, delegiert das Schreiben eher und steckt eher Geld in einen Launch.

Die Studie stützt also nicht den Satz „Ghostwriting macht Bücher profitabel“. Sie stützt den Satz „Bücher, die als Geschäftsentscheidung behandelt werden, sehen anders aus“. Was ein Buch für dein Geschäft leisten kann, rechnet die ehrliche Rechnung mit deinen Zahlen durch.

Warum „Ghostwriting-Agentur“ der falsche Suchbegriff für dein Vorhaben ist

Suchst du als Unternehmer nach „Ghostwriter Agentur“, landest du fast vollständig bei Anbietern akademischer Arbeiten. Wir haben am 30. Juli 2026 die ersten zwölf Google-Treffer für Deutschland durchgesehen. Kein einziger Anbieter für Unternehmer-Sachbücher war dabei.

Stattdessen standen dort Anbieter für Bachelor- und Masterarbeiten sowie zwei Forendiskussionen von Studierenden. Bei „Unternehmerbuch schreiben lassen“ und „Sachbuch schreiben lassen“ war das Bild umgekehrt. Dort fanden sich keine akademischen Anbieter, sondern überwiegend Buchdienstleister und Verlage.

Das ist keine Geschmacksfrage, sondern auch eine rechtliche Trennlinie. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat in einem Urteil vom 8. Februar 2011 (Aktenzeichen I-20 U 116/10) zwei Teile des Ghostwriting-Marktes unterschieden.

Auf der Seite der illegalen Tätigkeiten steht „das Erstellen von Hochschulabschlussarbeiten und Dissertationen“. Auf der Seite der legalen steht „die Erstellung von Fachbüchern oder Aufsätzen“.

Wörtlich heißt es dort, wer „ausschließlich den rechtlich missbilligten Teil eines Marktes bedient“, gehöre nicht zu den Marktführern. Der Geschäftsbereich umfasse „in nicht unerheblichen Umfang auch legale Betätigungen“.

In dieselbe Richtung geht ein Urteil des Amtsgerichts Essen vom 5. Mai 2022 (Aktenzeichen 137 C 97/20). Das Gericht behandelt den Ghostwriting-Vertrag als Werkvertrag nach § 631 Absatz 1 BGB. Zwischen den Vertragsparteien ist er danach nicht sittenwidrig.

Anders beurteilt es den konkreten Fall. Dort sollte ein Exposé Teil einer Doktorarbeit werden. Eine solche Vereinbarung ordnet das Gericht dem Hochschulbetrieb zu und nimmt Sittenwidrigkeit an.

Beide Gerichte verweisen auf die Leitentscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 1. September 2009 (Aktenzeichen 11 U 51/08). Dort ging es um einen betriebswirtschaftlichen Aufsatz außerhalb des Hochschulbetriebs. Die Ghostwriter-Vereinbarung galt nicht als sittenwidrig.

Für dich hat das zwei praktische Folgen. Ein Anbieter, der Bachelorarbeiten und Unternehmerbücher im selben Baukasten führt, arbeitet in einem anderen Marktsegment als du. Weder inhaltlich noch rechtlich hat es mit deinem zu tun.

Und dein Suchbegriff entscheidet mit, welche Anbieter du überhaupt zu sehen bekommst. Die vollständige Abgrenzung steht in Business-Ghostwriting gegen akademisches Ghostwriting.

Wann welches Modell trägt

Damit dieser Vergleich ehrlich bleibt: Nicht jeder braucht Full-Service. Die Zuordnung hängt daran, welche Arbeitsschritte bei dir schon abgedeckt sind.

Der Einzel-Ghostwriter trägt, wenn Herstellung und Vertrieb bei dir bereits stehen. Du hast dann einen Verlag, eine eigene Herstellung oder ein eingespieltes Marketingteam und kaufst gezielt die Schreibleistung zu.

Dann kaufst du genau einen Arbeitsschritt und bezahlst auch nur einen. Voraussetzung ist, dass du das Ausfallrisiko einer einzelnen Person bewusst trägst. Die Rechtefragen aus Punkt fünf regelst du selbst.

Die Agentur trägt, wenn du Entlastung bei Autorensuche und Qualitätssicherung willst. Herstellung und Vermarktung steuerst du dann selbst, weil du es kannst oder weil du es willst. Sie ist der Mittelweg für Auftraggeber mit eigenem Verlagsnetzwerk oder eigener Marketingabteilung.

Die Frage lautet dann, wo genau die Lieferung endet. Und wer die Übergabe an die Herstellung übernimmt.

Der Full-Service-Verlag trägt, wenn dein Ziel nicht das Manuskript ist, sondern die Wirkung. Gemeint ist Autorität in deinem Markt. Gemeint sind Anfragen von Leuten, die dich vorher gelesen haben. Und ein Buch, das im Handel bestellbar ist.

Dann kaufst du bewusst die Koordination und die Verantwortung für das Gesamtergebnis mit ein. Wie ein Buch danach als Vertriebssystem arbeitet, zeigt der Buchfunnel. Was Buchmarketing für Unternehmer umfasst, steht in Buchmarketing für Unternehmer.

Eine Grenze gilt für alle drei Modelle. Ein Buch verstärkt ein funktionierendes Geschäft, es begründet keines. Wenn die Anfragen aus dem Buch in kein bestehendes Angebot fließen können, ist der Zeitpunkt für jedes dieser Modelle zu früh.

Woran du einen belastbaren Anbieter erkennst

Alle drei Modelle behaupten Leistungen, die sich vor dem Auftrag schlecht prüfen lassen. Prüfbar ist trotzdem einiges. Es liegt am Anbieter und nicht an seiner Kalkulation.

Ein Wort dazu vorweg. Wer nach Aufwand abrechnet, gibt das Risiko an dich weiter. Wird die Recherche aufwendiger, wird es teurer. Ein Paketpreis dreht das um: Der Anbieter trägt das Risiko, und du kennst die Summe vorher.

  • Abgenommene Zwischenergebnisse. Struktur, Probekapitel und Rohmanuskript sind die Punkte, an denen sich ein Projekt noch drehen lässt. Wo sie fehlen, zeigt sich alles erst am Ende.
  • Ein Verfahren für den Ausfall. Seriöse Anbieter beschreiben, wie ein Wechsel der schreibenden Person abläuft. Die Zusicherung, dass so etwas nicht vorkommt, ist keine Antwort.
  • Eine schriftliche Regelung zur Nennung. Steht im Vertrag, ob und wie die schreibende Person genannt wird? Und steht dort auch, wer haftet, wenn diese Regelung verletzt wird?
  • Klare Nutzungsrechte. „Alle Rechte gehen an dich“ ist nach § 29 Absatz 1 UrhG keine mögliche Zusage. Der Satz ist deshalb ein Hinweis auf einen ungenauen Vertrag.
  • Ein benannter Lieferumfang. Wer nach Normseiten rechnet, kann den Umfang beziffern. Ein Angebot mit Umfang lässt sich mit einem zweiten vergleichen. Eines, das nur „Ghostwriting“ sagt, nicht.
  • Ein Ansprechpartner für das Ganze. Je mehr Arbeitsschritte bei einem Vertragspartner liegen, desto weniger Übergaben bleiben bei dir.

Die ausführliche Version dieser Prüfung, mit sieben Auswahlkriterien und den Warnsignalen unseriöser Anbieter, steht in Ghostwriter finden: 7 Kriterien für die Wahl des richtigen Anbieters.

Wie der Remote Verlag das löst

Der Remote Verlag ist ein Full-Service-Verlag für Unternehmerbücher. Der ganze Weg liegt bei einem Vertragspartner, von der Positionierung bis zum Launch. 18 Vollzeit-Mitarbeiter besetzen die Rollen dahinter.

Abgerechnet wird als Paket und nicht nach Einzelposten, damit Nachforderungen entfallen. Dein Eigenaufwand bleibt unter 20 Stunden über das gesamte Projekt, weil du Wissen und Freigaben lieferst und kein Projektmanagement.

Die Autoren behalten 75 Prozent Tantieme. Ein klassischer Verlag zahlt beim Print 5 bis 10 Prozent vom Nettoladenpreis, in Ausnahmen bis 12.

Was dabei entsteht, lässt sich an den Ergebnissen ablesen: 23 SPIEGEL-Bestseller, über 700.000 verkaufte Bücher und mehr als 140 begleitete Autorinnen und Autoren. Dazu kommen 52 Auslandslizenzen über mehrere Ländermärkte.

Eine SPIEGEL-Platzierung kann niemand garantieren. Sie hängt an den Verkaufszahlen über mehrere Kanäle und an einer redaktionellen Entscheidung. Sie ist ein mögliches Ziel und kein Versprechen.

Wie der Ablauf im Detail aussieht, steht in Der Ablauf beim Remote Verlag. Die Leistungen im Überblick findest du auf diesen Seiten:

Wie unser Modell kaufmännisch aufgebaut ist, erklärt die Preisseite.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Ghostwriting-Agentur und einem Full-Service-Verlag?

Die Agentur organisiert die Schreibleistung und liefert in der Regel ein abgenommenes Manuskript, oft samt Lektorat und Korrektorat. Der Full-Service-Verlag verantwortet zusätzlich Positionierung und Herstellung. Dazu kommen die Meldung in den Buchhandel und die Vermarktung. Der Unterschied ist nicht die Qualität des Textes. Es ist die Zahl der Schritte, die danach noch bei dir liegen.

Ist ein Einzel-Ghostwriter günstiger als eine Agentur oder ein Verlag?

Der Preis für die Schreibleistung ist niedriger, weil sie einen Arbeitsschritt abdeckt statt mehrerer. Ob der Weg insgesamt günstiger wird, entscheidet sich an dem, was du danach selbst beauftragst. Lektorat, Korrektorat und Satz gehören dazu. Dann folgen Cover, Druck und ISBN, am Ende das Marketing. Rechne diese Posten und deine eigene Koordinationszeit dazu. Dann vergleichst du dasselbe.

Ist Ghostwriting für ein Unternehmerbuch in Deutschland erlaubt?

Ja. Ein Sachbuch im Auftrag schreiben zu lassen, ist ein Werkvertrag nach § 631 BGB. Das Amtsgericht Essen hat 2022 bestätigt, dass ein solcher Vertrag zwischen den Parteien nicht sittenwidrig ist.

Problematisch ist der akademische Fall. Wird ein fremd geschriebener Text als eigene Prüfungsleistung eingereicht, ordnen die Gerichte das dem Hochschulbetrieb zu und nehmen Sittenwidrigkeit an. Das eine ist ein Marktprodukt, das andere ein Leistungsnachweis.

Wem gehören die Rechte an einem Buch, das ein Ghostwriter geschrieben hat?

Das Urheberrecht bleibt nach § 29 Absatz 1 UrhG bei der schreibenden Person. Du erhältst Nutzungsrechte nach § 31 UrhG. Der Vertrag legt fest, welche Nutzungsarten das sind und ob sie ausschließlich gelten. Gebiet und Dauer gehören ebenfalls hinein.

Zusätzlich gehört die Urheberbenennung ausdrücklich in den Vertrag. Das Landgericht Köln hat 2023 entschieden, dass ein Verzicht auf die Nennung nicht schon deshalb gilt, weil es sich um Ghostwriting handelt.

Was passiert, wenn mein Ghostwriter mitten im Projekt ausfällt?

Bei einem Einzelvertrag steht das Projekt, bis du Ersatz gefunden hast. Der Nachfolger beginnt inhaltlich fast von vorn. Agentur und Verlag können die schreibende Person wechseln, weil Material und Prozess beim Auftragnehmer liegen.

Zwei Dinge gehören vorher geklärt. Ist ein Wechsel vertraglich vorgesehen? Und wem gehören Transkripte, Konzept und Rohkapitel?

Wie viel Zeit muss ich als Unternehmer selbst einbringen?

Das hängt daran, wie viele Arbeitsschritte du selbst führst. Im Full-Service-Modell bleibt der Eigenaufwand unter 20 Stunden über das gesamte Projekt, weil sich dein Beitrag auf Interviews und Freigaben beschränkt.

Beauftragst du die Schritte einzeln, kommt die Koordination von zehn Übergaben hinzu. Sie liegt in Zeitfenstern, die andere setzen.

Wie lange dauert ein Buchprojekt mit Ghostwriting?

Das Manuskript entsteht mit Ghostwriting-Unterstützung in 2 bis 4 Monaten. Ab Manuskripteingang bis zum fertigen Buch kommen rund 3 Monate hinzu. In dieser Zeit laufen Lektorat, Korrektorat und Satz. Danach folgen Cover und Druckvorbereitung.

Wer die Schritte einzeln beauftragt, rechnet die Wartezeiten zwischen den Dienstleistern dazu. Die lassen sich vorher nicht planen.

Woran erkenne ich, dass ein Anbieter akademisches Ghostwriting betreibt?

Am Angebot selbst. Wer Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten listet, bedient ein anderes Segment. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat es 2011 als rechtlich missbilligten Teil des Marktes bezeichnet.

Ein zweiter Hinweis ist die Sprache der Website. Prüfungsordnungen, Plagiatsprüfung und Diskretion gegenüber der Hochschule sind keine Themen eines Unternehmerbuchs.

Fazit und dein nächster Schritt

Die Entscheidung zwischen Einzel-Ghostwriter, Agentur und Full-Service-Verlag ist keine Preisfrage. Sie ist eine Frage der Zuständigkeit. Ein Arbeitsschritt, einige oder alle elf. Ein Schuldner für das Ergebnis oder elf für elf Teile.

Dazu die Rechte und die Nennung, geregelt oder offen gelassen. Stellst du die fünf Fragen aus diesem Artikel an zwei Angebote, wird der Unterschied sichtbar. Und zwar bevor irgendeine Summe im Raum steht.

Der Remote Verlag übernimmt den ganzen Weg zu einem Paketpreis, weil das Risiko sonst beim Autor liegt. Dein Ziel entscheidet, ob das passt. Geht es um eine Datei auf dem Rechner oder um Wirkung im Markt?

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Verfasst von
Max Mika

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