Kurz beantwortet
Bei Amazon veröffentlichst du dein Buch über Kindle Direct Publishing, kurz KDP. Du legst kostenlos ein Konto an und lädst Manuskript und Cover hoch. Nach 24 bis 72 Stunden Prüfung ist der Titel kaufbar, als E-Book und als Taschenbuch. Für Selfpublisher ist das der schnellste Weg. Für Unternehmer bleibt der Titel ein reines Amazon-Produkt.
Zusammenfassung
- Für Selfpublisher ist Amazon KDP eine starke Plattform. Kein Verlag muss zusagen, der Upload kostet nichts, und nach 24 bis 72 Stunden ist das Buch kaufbar.
- Für Unternehmer kippt die Rechnung. Am verkauften Buch bleiben wenige Euro, und ein billig wirkendes Buch beschädigt genau den Ruf, den es aufbauen soll.
- Amazon druckt auf Bestellung, mit knappem Papier- und Coverkatalog. Prägung, Sonderfarben oder eine Klappenbroschur gibt es dort nicht.
- Ein reiner Amazon-Titel steht in keiner Buchhandlung. Er läuft nicht über die Großhändler, aus deren Katalog der Buchhandel bestellt.
- Ohne Buchhandel keine SPIEGEL-Bestsellerliste. Sie entsteht aus den Kassendaten des Buchhandels, und was dort niemand führt, taucht auch nicht auf.
- Die kostenlose Amazon-ISBN weist Amazon als Verlag aus. Wer als Autor mit Verlag wahrgenommen werden will, braucht eine eigene Verlags-ISBN.
- Der Remote Verlag veröffentlicht seit mehreren Jahren nicht mehr über Amazon KDP. Der Grund ist die Qualität, die ein Unternehmerbuch tragen muss.
Buch bei Amazon veröffentlichen: Die ehrliche KDP-Anleitung für Unternehmer
Ein Buch bei Amazon zu veröffentlichen läuft über Kindle Direct Publishing, kurz KDP. Du legst kostenlos ein Konto an. Dort lädst du dein fertiges Manuskript und dein Cover hoch. Daraus wird ein E-Book, ein Taschenbuch oder beides. Nach 24 bis 72 Stunden Prüfung ist der Titel bei Amazon kaufbar.
Für Selfpublisher ist das eine starke Plattform. Niemand muss dein Manuskript annehmen. Du brauchst keinen Verlag, keinen Programmplatz und kein Lager. Dein Titel ist weltweit bestellbar, und vom Verkaufspreis bleibt dir ein hoher Anteil.
Für Unternehmer sieht die Rechnung anders aus. Dein Buch soll Ansehen schaffen, nicht Stückzahlen machen. Genau daran scheitert der KDP-Weg. Die Druckausstattung ist Standard, der Buchhandel führt den Titel nicht, und die SPIEGEL-Bestsellerliste bleibt verschlossen.
Das ist keine Abwertung der Plattform, sondern eine Frage der Passung. KDP ist ein gutes Werkzeug für ein anderes Ziel. Über die Wirkung deines Buches entscheidet nicht der Upload, sondern der Vertrieb dahinter.
Was „Buch bei Amazon veröffentlichen“ wirklich heißt
KDP ist Amazons Plattform für Selfpublishing. Du bist dort Autor, Verlag und Vertrieb in einer Person. Amazon stellt Upload und Druck. Versand und Zahlungsabwicklung laufen ebenfalls über die Plattform. Es gibt keine Lektoratshürde und keine Verlagsabsage. Du wartest auf keinen Programmplatz. Genau das macht KDP attraktiv.
Und genau hier liegt das Missverständnis. Viele setzen „auf Amazon kaufbar“ mit „veröffentlicht“ gleich. Technisch ist ein KDP-Titel ein Buch. Im Vertrieb ist er eine Insel im Amazon-Ökosystem.
Für einen Hobby-Autor ist das egal. Für dich als Berater, Coach oder Kanzlei-Inhaber ist es die zentrale Frage. Dein Buch soll Ansehen schaffen und Kunden bringen. Gemeint ist hier das Sachbuch oder Expertenbuch als Werkzeug im Geschäft, nicht der Roman. Welcher Weg zu deinem Ziel passt, liest du in Buch veröffentlichen: welcher Weg wirklich zu dir passt.
KDP Schritt für Schritt: Konto, Upload, Freischaltung
Der technische Ablauf ist bewusst einfach gehalten. Du kommst in wenigen Stunden durch. Vorausgesetzt, Manuskript und Cover sind fertig und professionell aufbereitet.
- KDP-Konto anlegen: Du registrierst dich unter kdp.amazon.de mit deinem Amazon-Konto. Dort hinterlegst du deine Bankverbindung für die Auszahlung. Dazu kommt das Steuer-Interview. Es verhindert, dass Amazon US-Quellensteuer von deinen Tantiemen einbehält.
- Neuen Titel anlegen: Du entscheidest pro Buch, ob du ein Kindle-E-Book anlegst, ein Taschenbuch oder beides. Das sind zwei getrennte Produkte. Du verknüpfst sie miteinander, damit sie auf einer Produktseite erscheinen.
- Metadaten eingeben: Du gibst Titel, Untertitel und Autorenname ein. Dazu kommen die Beschreibung, bis zu sieben Keywords und zwei Kategorien. Diese Felder entscheiden, ob dich jemand in der Amazon-Suche findet. Hier lohnt Sorgfalt.
- Manuskript hochladen: Das E-Book lädst du als formatierte Datei hoch, etwa als EPUB oder Word. Das Taschenbuch braucht ein druckfertiges PDF im exakten Endformat mit Beschnitt. Der Innensatz muss sitzen.
- Cover hochladen: Für das E-Book reicht die Vorderseite. Für den Druck brauchst du eine komplette Datei mit Rücken und Rückseite. Amazon berechnet die Rückenbreite anhand der Seitenzahl.
- ISBN wählen: Du nimmst die kostenlose Amazon-ISBN oder eine eigene Verlags-ISBN. Was das unterscheidet, steht weiter unten. E-Books bekommen automatisch eine ASIN.
- Preis festlegen und veröffentlichen: Du wählst den Verkaufspreis und das Tantiemenmodell. Nach dem Klick auf „Veröffentlichen“ startet die Prüfung.
Nach dem Upload und der Prüfung dauert die Freischaltung typischerweise 24 bis 72 Stunden. Beim allerersten gedruckten Titel kann die technische Prüfung ein bis drei Tage dauern. Bestell dir vor dem Launch immer ein gedrucktes Korrekturexemplar. Bildschirm und gedruckte Seite sind zwei Welten.
Print-on-Demand: kein Lager, keine Auflage auf Vorrat
Print-on-Demand trägt den gesamten Print-Vertrieb bei Amazon. Es bedeutet: Jedes Exemplar wird erst gedruckt, wenn eine Bestellung eingeht. Es gibt keine Auflage und keine Lagerhaltung. Amazon übernimmt Druck, Versand und Zahlung. Du hast kein Geld in einer Palette Bücher gebunden, die im Keller verstaubt.
Das ist ein echter Vorteil. Seriöse Verlagsmodelle drucken deshalb heute ebenfalls auf Bestellung. Der Unterschied steckt nicht im Verfahren, sondern in der Ausstattung und im Vertrieb. Ein professioneller Verlagsweg meldet den Titel ins VLB. Buchhandlungen können ihn dann über die Barsortimente bestellen. Print-on-Demand über KDP bleibt auf Amazon.
Tantiemen und Preise: Was bleibt wirklich hängen?
Hier trennt sich die Werbeaussage „bis zu 70 Prozent Tantieme“ von der Realität. Die Prozentsätze beziehen sich auf unterschiedliche Grundlagen. Beim gedruckten Buch werden vorher noch die Druckkosten abgezogen.
| Format bei Amazon KDP | Tantiemensatz | Bedingung | Was übrig bleibt |
|---|---|---|---|
| E-Book | 70 Prozent | Verkaufspreis zwischen 2,99 und 9,99 Euro, anderswo nicht günstiger | ein einstelliger Betrag, minus Mehrwertsteuer und Übertragungsgebühr |
| E-Book | 35 Prozent | Verkaufspreis außerhalb dieser Spanne | anteilig weniger vom Verkaufspreis |
| Taschenbuch oder Hardcover | 60 Prozent | höherer Verkaufspreis (Option seit Juni 2025) | nach Abzug der Druckkosten wenige Euro pro Exemplar |
| Taschenbuch | 50 Prozent | niedriger Verkaufspreis | nach Abzug der Druckkosten kaum noch etwas |
| Erweiterter Vertrieb | 40 Prozent | Verkauf außerhalb von Amazon | deutlich weniger, ebenfalls minus Druckkosten |
Eine Größenordnung dazu: Der durchschnittlich bezahlte Buchpreis lag im Mai 2024 bei 15,33 Euro. Das meldet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels im Branchen-Monitor Buch. Bei einem Taschenbuch in dieser Preislage zieht Amazon zuerst die Druckkosten ab. Erst danach greift der Tantiemensatz. Übrig bleiben wenige Euro pro verkauftem Exemplar.
Über die reine Stückzahl gedacht brauchst du also sehr viele Verkäufe. Erst dann wird daraus ein nennenswerter Betrag. Und genau hier liegt der Denkfehler, um den sich die meisten KDP-Ratgeber drehen.
Die Business Book ROI Study 2024 von Gotham Ghostwriters und Partnern hat 301 Autorinnen und Autoren von Wirtschaftsbüchern befragt. Vorträge, Beratung und Workshops brachten ihnen deutlich mehr Einnahmen als Buchverkäufe und Tantiemen. Bei den selbst veröffentlichten Titeln kam die Hälfte nicht über 700 Exemplare hinaus. Erwartet hatten die Autoren rund 1.100.
Für dich heißt das: Der Tantiemen-Cent pro Exemplar ist die falsche Kennzahl. Nimm einen Berater, der über sein Buch einen neuen Kunden gewinnt. Dieser eine Auftrag bringt oft mehr, als tausend verkaufte Exemplare einbringen. Relevant sind Reichweite in der richtigen Zielgruppe, Ansehen und Vertrauen. Wie sich das für dein Unternehmen rechnet, zeigt Lohnt sich ein Buch für Unternehmer? Die ROI-Rechnung.
ISBN und Rechte: Wer steht als Verlag in deinem Impressum?
Beim gedruckten Buch hast du die Wahl. Du nimmst die kostenlose Amazon-ISBN oder eine eigene Verlags-ISBN. Das klingt nach einer Formalie. Es ist eine Entscheidung darüber, wie dein Buch wahrgenommen wird.
- Amazon-Gratis-ISBN: Amazon steht damit als Verlag im Buch. Die ISBN ist nur für den Vertrieb innerhalb von Amazon gedacht. Für eine professionelle Listung im VLB und im Handel ist sie in der Praxis nicht geeignet.
- Eigene Verlags-ISBN: Du oder dein Verlagspartner stehen im Impressum. Erst so wirkt dein Buch wie ein verlegtes Werk und nicht wie ein Amazon-Selbstdruck. Bei Kunden, Partnern und Presse macht das einen Unterschied.
- ASIN beim E-Book: Kindle-Titel bekommen automatisch eine Amazon Standard Identification Number. Eine ISBN brauchst du für ein reines E-Book nicht.
An den inhaltlichen Rechten ändert KDP nichts. Du behältst alle Rechte an deinem Werk und kannst den Titel jederzeit zurückziehen. Das sind aber zwei verschiedene Dinge. Die Rechte zu behalten ist das eine. Wie ein Experte mit Verlag zu wirken ist das andere.
Warum KDP für Unternehmer zum Reputationsrisiko wird
Bis hierher ist KDP eine saubere Plattform. Für Selfpublisher bleibt sie das auch. Für ein Unternehmerbuch kippt sie an vier Stellen. Jede davon trifft nicht deine Tantieme, sondern deinen Ruf.
Die Druckqualität, die dein Kunde in der Hand hält
Amazon druckt solide Standardware, und die Auswahl ist knapp. Für Taschenbücher gibt es Papier in Creme, Weiß oder Holzschliff. Das Cover kommt auf 220 Gramm schwerem Papier, matt oder glänzend. So listet es Amazon selbst auf der KDP-Hilfeseite zu den Druckoptionen (Stand Juli 2026).
Prägung, Sonderfarben und Lackveredelung gibt es dort nicht. Eine Klappenbroschur oder ein Leineneinband ebenso wenig. Ein Offsetdruck in echter Auflage kann all das. Auch die Farbtreue eines Covers lässt sich dort genauer steuern.
Und jetzt die Folge für dich. Dein Buch ist kein Produkt, das du verkaufst. Es ist der Gegenstand, den du einem Kunden über den Tisch schiebst. Fühlt es sich billig an, überträgt sich das auf dein Angebot. Ein Werbeträger, der nach Eigendruck aussieht, arbeitet gegen dich.
Fehlende Handelsstrukturen: der Buchhandel kann nicht bestellen
Ein Buchhändler sucht Titel im Verzeichnis Lieferbarer Bücher, kurz VLB. Das ist die Referenzdatenbank des deutschen Buchhandels. KDP meldet deinen Titel dort nicht ein. Für den Händler existiert dein Buch damit nicht.
Selbst wer das Buch kennt, kommt nicht heran. Buchhandlungen ziehen ihre Ware über die Barsortimente. Das sind die Großhändler Libri, KNV und Umbreit. Amazon ist kein Barsortiment, und KDPs erweiterter Vertrieb erreicht den deutschen Buchhandel nicht in der nötigen Breite.
Die Folge ist ein Buch ohne Bühne. Es liegt auf keinem Tisch im Fachgeschäft. Kein Buchhändler kann es einem Kunden empfehlen. Lesung, Presseanfrage und Messeauftritt hängen dann an einem Titel, den der Handel nicht liefern kann.
Kein Zugang zur SPIEGEL-Bestsellerliste
Die SPIEGEL-Bestsellerlisten entstehen aus Kassendaten des Buchhandels. Sie werden auf Grundlage des Handelspanels von Media Control ermittelt. Das Marktforschungsunternehmen aus Baden-Baden nennt dafür über 9.000 Verkaufsstätten und eine Marktabdeckung von 88 Prozent (Stand Juli 2026).
Erhoben wird elektronisch in den Warenwirtschaftssystemen der Buchhandlungen. Das ist seit 2001 so, wie Media Control in einer Mitteilung vom Juni 2015 beschreibt.
Daraus folgt eine einfache Regel. Was der Buchhandel nicht führt, erzeugt dort auch keine Verkäufe. Ein reiner KDP-Titel kann auf der Liste deshalb nicht auftauchen. Damit fehlt dir der Nachweis, der im deutschsprachigen Raum am schwersten wiegt. Warum das systematisch so ist, erklärt warum eine reine Amazon-Veröffentlichung SPIEGEL-Bestseller ausschließt.
Impressum und Satz verraten den Selbstdruck
Die kostenlose Amazon-ISBN kostet dich etwas anderes als Geld. Sie weist Amazon als Verlag aus, und das liest jeder im Impressum. Ein Kunde sieht dann keinen verlegten Titel, sondern einen Selbstdruck.
Der Buchblock verrät den Rest. Falsche Zeilenabstände fallen sofort auf. Ebenso einzelne Zeilen, die allein oben oder unten auf einer Seite hängen. Im Satz heißen sie Hurenkinder und Schusterjungen. Ein so gesetztes Buch zeigt, dass gespart wurde, und dieser Eindruck überträgt sich auf dich. Mehr dazu in falscher Ehrgeiz im Selfpublishing wird zur Reputationsfalle.
Aus diesen vier Punkten hat der Remote Verlag eine Konsequenz gezogen. Er veröffentlicht seit mehreren Jahren nicht mehr über Amazon KDP, damit die Qualität stimmt. Das betrifft den Druck genauso wie den Weg in den Buchhandel.
Was dich der Amazon-Weg wirklich kostet
KDP ist kostenlos in einem engen Sinn. Amazon nimmt keine Upload-Gebühr und keine Grundgebühr. Bezahlt wird trotzdem, nur eben in Zeit. Und Zeit ist bei einem Unternehmer mit hohem Stundensatz die teuerste Währung.
Rechne den echten Aufwand. Für ein Sachbuch fallen 300 bis 500 Stunden reine Schreibzeit an, verteilt auf vier bis neun Monate. Mit Recherche, Produktion und Marketing im ersten Jahr sind es 500 bis 1.000 Stunden. Und mit dem Manuskript ist das Buch noch nicht fertig. Diese Arbeiten stehen dann noch an.
- Lektorat und Korrektorat
- professioneller Satz des Buchblocks
- Cover-Design
- Marketing und Launch
Bei hohem Stundensatz wiegt diese Zeit schwerer als jede professionelle Lösung. Es ist Zeit, die nicht in dein Kerngeschäft geflossen ist. Deshalb ist „KDP ist kostenlos“ für dich die irreführende Rechnung.
Ein professionelles Cover zahlt sich dabei besonders aus. Es entscheidet mit darüber, ob jemand überhaupt klickt. Ein amateurhaftes Cover kostet dich Käufer, bevor sie den ersten Satz gelesen haben. Professionell heißt hier: nicht am Feierabend selbst in Canva zusammengeschoben. Wie viel Zeit dich der Weg über den Selbstverlag wirklich kostet, zeigt die Rechnung mit über 500 Stunden Eigenzeit.
Die Amazon-Veröffentlichung strategisch nutzen
Wenn du KDP nutzt, dann denk das Buch nicht als Verkaufsprodukt. Denk es als Werkzeug. Der Buchverkauf ist bei einem Unternehmerbuch selten der Punkt. Das Buch arbeitet, wenn es diese vier Dinge leistet.
- Es positioniert dich als Experten in deiner Nische. Vertrauen entsteht, bevor das erste Gespräch stattfindet.
- Es öffnet Türen im Verkaufsgespräch. Ein Buch wirft niemand weg.
- Es rechtfertigt höhere Honorare. Ein Autor wird anders wahrgenommen als ein Anbieter unter vielen.
- Es bringt bessere Partner und Deals. Auch Einladungen auf die Bühne, in Podcasts und in die Presse kommen leichter zustande.
Aus dieser Sicht ist die Amazon-Präsenz nur die halbe Miete. Sie macht dein Buch bestellbar. Reichweite in deiner Zielgruppe baut sie nicht auf. Und sie liefert keinen Beweis für deinen Rang, der über „ist bei Amazon kaufbar“ hinausgeht. Dafür braucht es Vertrieb, Positionierung und ein Thema, das nachweislich nachgefragt wird.
Dazu kommt die Konkurrenz. Allein 2025 sind in Deutschland 52.644 Bücher als Erstauflage erschienen. Das meldet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Buchmarkt kompakt 2025/2026. Gegenüber 2024 ist das ein Rückgang um 9,8 Prozent. Sichtbarkeit entsteht in diesem Umfeld nicht durch einen sauberen Upload.
Wie sichtbar ein Titel auf Amazon wird, hängt an dem, was um ihn herum passiert. Auf den Büchern, die der Remote Verlag begleitet hat, stehen 19.000 Amazon-Bewertungen. Die kommen nicht vom Upload. Sie kommen von Lesern, die das Buch gefunden haben, weil es vertrieben und beworben wurde.
Wann KDP reicht und wann ein Verlagsweg der bessere Hebel ist
KDP ist nicht per se schlecht. Es ist nur für ein bestimmtes Ziel gebaut. Diese Matrix hilft dir bei der ehrlichen Einordnung. Es geht dabei um Sachbücher und Expertenbücher als Werkzeug im Geschäft, nicht um Belletristik.
| Kriterium | Selbst über KDP passt, wenn … | Full-Service-Verlagsweg passt, wenn … |
|---|---|---|
| Ziel | Test, Hobby, kleiner Nebenverdienst | Neukunden, Expertenstatus, höhere Honorare |
| Zielgruppe | reine Amazon-Käufer | Kunden, Partner, Presse und Buchhandel |
| Zeit | du hast 500 bis 1.000 Stunden übrig | dein Stundensatz macht Selberschreiben unwirtschaftlich |
| Ausstattung | Standardpapier und Standardcover reichen | das Buch soll als Werbeträger auf deinen Ruf einzahlen |
| Reichweite | Amazon genügt | Buchhandel, VLB und die Chance auf die SPIEGEL-Liste sind gewünscht |
| Manuskript | schon fertig geschrieben | Wissen im Kopf, aber keine Zeit zum Tippen |
Zur Einordnung gehört auch der dritte Weg. Ein klassischer Publikumsverlag löst das Vertriebsproblem. Dafür verlangt er ein fertiges Manuskript. Die Tantieme liegt in Deutschland üblicherweise bei 5 bis 10 Prozent vom Nettoladenpreis, in Ausnahmen bis 12 Prozent. Beim E-Book sind es 20 bis 25 Prozent, allerdings vom Nettoverlagserlös. Das ist eine andere Bemessungsgrundlage und kein Widerspruch.
Dazu kommt der Verlust an kreativer Kontrolle. Und es dauert. Bis zum Vertrag vergehen 6 bis 18 Monate, danach bis zum Erscheinen weitere 9 bis 24 Monate. Realistisch sind ein bis zwei Jahre und mehr. Den vollständigen Vergleich findest du in Selbstverlag: Was er dich als Unternehmer wirklich kostet und in Verlag finden oder Self-Publishing? Die Entscheidung im Detail.
Für etablierte Selbstständige und Experten kippt die Entscheidung fast immer nach rechts. Ihr Sachbuch soll Ansehen aufbauen und Kunden bringen. Beides hängt an Ausstattung und Vertrieb, nicht am Upload.
Wie der Remote Verlag diesen Weg löst
Der Remote Verlag arbeitet als Full-Service-Verlag und nicht als Upload-Plattform. Dein Wissen wird in Interviews abgeholt. Dein Eigenaufwand liegt bei unter 20 Stunden über das gesamte Projekt. Das Buchthema wird vorher an echter Nachfrage im Markt geprüft, nicht am Bauchgefühl.
Danach wird das Buch geschrieben, lektoriert und gesetzt. Vertrieben wird es über den Buchhandel. Gedruckt wird auf Bestellung und nicht über KDP. Ein Lagerrisiko gehst du damit nicht ein. Die Autorinnen und Autoren erhalten 75 Prozent Tantieme. Im klassischen Verlag sind 5 bis 10 Prozent vom Nettoladenpreis üblich.
Auf diesem Weg sind bislang 23 SPIEGEL-Bestseller entstanden. Über 700.000 Bücher wurden verkauft, mehr als 140 Autorinnen und Autoren begleitet. Wie der Ablauf im Einzelnen aussieht, steht in Full-Service-Methode für Unternehmer ohne Zeit.
Häufige Fragen
Wie veröffentliche ich mein Buch bei Amazon Schritt für Schritt?
Du legst ein kostenloses KDP-Konto an und hinterlegst Steuer- und Bankdaten. Dann erstellst du einen neuen Titel und gibst Metadaten und Keywords ein. Anschließend lädst du Manuskript und Cover hoch. Zum Schluss wählst du ISBN und Preis und klickst auf „Veröffentlichen“. Nach 24 bis 72 Stunden Prüfung ist dein Buch als E-Book und Taschenbuch kaufbar.
Ist Amazon KDP für Selfpublisher zu empfehlen?
Ja. Für Selfpublisher ist KDP eine der stärksten Plattformen überhaupt. Der Upload kostet nichts, niemand muss dein Manuskript annehmen, und der Titel ist weltweit bestellbar. Vom Verkaufspreis bleibt dir ein hoher Anteil. Wer sein Buch als eigenes Projekt betreibt, ist dort richtig aufgehoben.
Warum ist Amazon KDP für Unternehmer ungeeignet?
Weil ein Unternehmerbuch auf Ansehen einzahlen soll und KDP genau dort schwach ist. Die Druckausstattung ist Standard, Prägung oder Leineneinband gibt es nicht. Der Buchhandel kann den Titel nicht bestellen. Die SPIEGEL-Bestsellerliste bleibt verschlossen. Und die Gratis-ISBN weist Amazon als Verlag aus.
Wie gut ist die Druckqualität bei Amazon KDP?
Für ein Standardbuch ist sie ordentlich, für einen Werbeträger ist sie knapp. Amazon bietet laut eigener Hilfeseite Papier in Creme, Weiß oder Holzschliff. Das Cover kommt matt oder glänzend auf 220 Gramm schwerem Papier. Prägung, Sonderfarben oder eine Klappenbroschur sind nicht vorgesehen.
Was kostet es, ein Buch bei Amazon zu veröffentlichen? Ist KDP wirklich kostenlos?
KDP erhebt keine Upload- oder Grundgebühr. Insofern ist die Plattform kostenlos. Der echte Preis ist deine Zeit. Für das Manuskript fallen 300 bis 500 Stunden reine Schreibzeit an. Mit Recherche, Produktion und Marketing im ersten Jahr sind es 500 bis 1.000 Stunden. Bei hohem Stundensatz wiegt das schwerer als eine professionelle Lösung mit Handelsanbindung.
Wie viel verdient man pro verkauftem Buch bei Amazon KDP?
Beim E-Book im 70-Prozent-Modell bleibt dir ein einstelliger Betrag pro Verkauf. Beim Taschenbuch zieht Amazon zuerst die Druckkosten ab. Nach dem 60-Prozent-Satz bleiben dann wenige Euro pro Exemplar. Über die reine Stückzahl gerechnet brauchst du sehr viele Verkäufe. Für Unternehmer ist das ohnehin die falsche Kennzahl.
Brauche ich eine ISBN, oder stellt Amazon eine kostenlose bereit?
Amazon stellt für gedruckte Titel eine kostenlose ISBN bereit. Damit weist sich Amazon aber selbst als Verlag aus. Diese ISBN ist nur für den Vertrieb bei Amazon gedacht. Für eine professionelle Listung im Verzeichnis Lieferbarer Bücher und im Handel brauchst du eine eigene Verlags-ISBN. E-Books erhalten automatisch eine ASIN.
Ist mein bei Amazon veröffentlichtes Buch auch im Buchhandel erhältlich?
Nein. KDP-Titel werden nicht ins Verzeichnis Lieferbarer Bücher gemeldet. Sie laufen auch nicht über die Barsortimente Libri, KNV und Umbreit. Damit sind sie im stationären Buchhandel nicht bestellbar. Auch KDPs „erweiterter Vertrieb“ erreicht den deutschen Buchhandel nicht in der nötigen Breite.
Kann ich mit einem Amazon-KDP-Buch SPIEGEL-Bestseller werden?
Praktisch nein. Die Listen entstehen aus dem Handelspanel von Media Control, also aus Kassendaten des Buchhandels. Was der Handel nicht führt, erzeugt dort keine Verkäufe. Ohne VLB-Listung und ohne Anbindung an die Barsortimente ist eine rein Amazon-basierte Veröffentlichung faktisch ausgeschlossen.
Was ist der Unterschied zwischen Amazon KDP, einem Verlag und einem Full-Service-Anbieter?
KDP ist reine Technik für Selfpublishing, ohne Betreuung und ohne Buchhandel. Ein klassischer Verlag übernimmt den Vertrieb. Dafür zahlt er üblicherweise 5 bis 10 Prozent Tantieme vom Nettoladenpreis und verlangt ein fertiges Manuskript. Ein Full-Service-Anbieter schreibt, produziert und vertreibt dein Buch als Werkzeug für dein Geschäft, mit Anbindung an den Buchhandel.
Behalte ich bei KDP alle Rechte und kann ich das Buch zurückziehen?
Ja. Bei KDP behältst du sämtliche inhaltlichen Rechte an deinem Werk. Du kannst den Titel jederzeit aus dem Verkauf nehmen. Beachte dabei KDP Select. Wählst du diese Exklusivität für dein E-Book, bindest du es 90 Tage an Amazon und darfst es sonst nirgends anbieten.
Fazit
Ein Buch bei Amazon zu veröffentlichen ist technisch in wenigen Stunden erledigt. Für Selfpublisher ist KDP damit die richtige Wahl, und daran ändert sich nichts. Für ein Unternehmerbuch ist es das falsche Werkzeug.
Der Titel wird kaufbar, aber nicht lieferbar für den Handel. Die Ausstattung bleibt Standard, die SPIEGEL-Liste bleibt zu, und im Impressum steht Amazon. Über die Wirkung entscheiden Ausstattung, Vertrieb und Positionierung. Der Remote Verlag veröffentlicht deshalb seit mehreren Jahren nicht mehr über Amazon KDP.
Wie dein Wissen mit unter 20 Stunden Eigenaufwand über das gesamte Projekt zu einem fertig produzierten Buch wird, zeigt die Full-Service-Methode. Mehr Kontext liefert die Kategorie Buchproduktion.
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